11. Dezember 2025 - DFG-Edition erschließt das Theater des Hans Sachs neu
Uni Marburg und Uni Siegen starten umfassendes Langzeitprojekt zur kritischen Neuedition des wichtigsten deutschsprachigen Theaterkorpus des 16. Jahrhunderts.
Meisterlieder und Spruchgedichte
Die Forschungsgruppen in Marburg und Siegen erstellen erstmals eine umfassende kritische und kommentierte Edition sämtlicher Tragödien, Komödien und Fastnachtsspiele sowie themengleicher Meisterlieder und Spruchgedichte. Sie soll künftig sowohl als digitale Transkription im Deutschen Textarchiv (DTA) als auch in gedruckter Form mit begleitender e-Ressource vorliegen. Das Projekt wird ab 1. Januar 2026 durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert und ist auf eine Laufzeit von 7,5 Jahren angelegt. Die Gesamtsumme von rund 2,6 Millionen Euro fließt zu gleichen Teilen an die beiden Standorte. Für die erste Förderperiode (Jahre 1–3) erhält Marburg 667.981 Euro.
Impulse für verschiedene geisteswissenschaftliche Disziplinen
Mit der Neuedition entsteht erstmals eine solide wissenschaftliche Grundlage, um das theatralische Werk des Hans Sachs und seine Wirkung im Kultur-, Wissens- und Religionskontext des 16. Jahrhunderts umfassend zu erforschen. Die gewonnenen Einblicke in Stoffgenese, Dramaturgie und poetische Verfahren versprechen Impulse für die Germanistik ebenso wie für Geschichte, Theologie und Wissensgeschichte. „Wir hoffen, dass die Edition dazu beiträgt, Sachs’ literarische Bedeutung wieder stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rücken“, so Busch. „Vielleicht werden in Zukunft wieder mehr Menschen den Namen Hans Sachs kennen, der am Ende vieler seiner Texte schrieb: ‚Auf dass daraus kein Unheil wachs’ – das wünscht zu guter Nacht Hans Sachs.‘“
Kontakt
Philipps-Universität Marburg
Prof. Dr. Nathanael Busch
Institut für Deutsche Philologie des Mittelalters
E-Mail: buschn@uni-marburg.de
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