03. Februar 2026 - Marburger Nephrologe Dr. Martin Rußwurm mit Bernd Teerstegen-Preis ausgezeichnet
Preis würdigt wegweisende Forschung zur palliativen Begleitung von Dialysepatientinnen und -patienten
„Die Auszeichnung von Dr. Martin Rußwurm zeigt eindrucksvoll, wie strategisch relevante Forschung an der Philipps-Universität Marburg mit konkretem gesellschaftlichem Nutzen verbunden ist,“ kommentiert Uni-Präsident Prof. Dr. Thomas Nauss die Auszeichnung für Martin Rußwurm. „Seine Arbeit steht exemplarisch für eine patientennahe, anwendungsorientierte Wissenschaft, die medizinische Versorgung nicht nur technologisch, sondern auch ethisch und kommunikativ weiterdenkt. Solche Forschungsansätze stärken unser Profil als Universität, die wissenschaftliche Exzellenz konsequent mit Verantwortung für die Menschen verbindet.“
Auseinandersetzung mit dem Lebensende
In der ausgezeichneten Studie „A survey on end-of-life contemplation among patients on dialysis“ untersuchte Rußwurm, wie häufig Dialysepatientinnen
und -patienten über ihr Lebensende nachdenken, Vorsorgeregelungen treffen und Gespräche darüber führen. Grundlage war eine standardisierte Eins-zu-Eins-Befragung von 268 Patientinnen und Patienten aus sieben hessischen Dialysezentren. Die Ergebnisse zeigen ein deutliches Missverhältnis: Zwar denkt fast die Hälfte der Befragten über das eigene Sterben nach, doch nur ein kleiner Teil spricht darüber mit den behandelnden Nephrologinnen und Nephrologen. Die Studie macht zudem deutlich, dass demografische Faktoren wie Alter oder Bildungsgrad kaum Rückschlüsse auf die individuelle Bereitschaft zur Auseinandersetzung mit dem Lebensende zulassen. Insgesamt unterstreichen die Befunde den bislang unzureichend adressierten Bedarf an palliativer Kompetenz und strukturierter Kommunikation in der Dialysemedizin – mit dem Potenzial durch Wahrnehmung und Adressierung dieser Defizite, Übertherapien zu vermeiden, Angehörige zu entlasten und die Autonomie der Betroffenen zu stärken.
Exzellenz und Relevanz für die klinische Praxis
Der Bernd Teerstegen-Preis wird jährlich vom Verband Deutsche Nierenzentren (DN) vergeben und dient der Förderung theoretischer und insbesondere anwendungsorientierter Forschung zu Nierenerkrankungen und zur ambulanten Nierenersatztherapie auf internationaler Ebene. Ausgezeichnet werden wissenschaftliche Arbeiten von Ärztinnen und Ärzten, Forschenden oder Ingenieurinnen und Ingenieuren, die einen besonderen Beitrag zur nephrologischen Versorgung leisten. Über die Vergabe entscheidet ein vom DN-Vorstand berufenes Preiskomitee aus ausgewiesenen Expertinnen und Experten der Nephrologie. Die Auszeichnung gilt als eine der wichtigen Ehrungen im Bereich der deutschsprachigen Nierenforschung und würdigt Arbeiten, die wissenschaftliche Exzellenz mit hoher Relevanz für die klinische Praxis verbinden.
Zur Person
Dr. Martin Rußwurm ist Oberarzt am Zentrum für Innere Medizin, Schwerpunkt Nephrologie am Universitätsklinikum Marburg und als Clinician-Scientist Fellow des Fachbereichs Medizin am Pharmakologischen Institut Marburg tätig.
Kontakt
Philipps-Universität Marburg
Dr. Martin Rußwurm
Zentrum für Innere Medizin
Schwerpunkt Nephrologie
E-Mail: martin.russwurm