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13 June 2016 - Presentation of Excellent Research of the Campus Research Focus History and Area Studies at "Kleine Fächer-Wochen"

Justus-Liebig-Universität Gießen, Philipps-Universität Marburg and Goethe-Universität Frankfurt represent next winter semester "Exzellenz Kleine Fächer"

Schön, aber nutzlos – ein Vorwurf, dem sich die sogenannten Kleinen Fächer häufig stellen müssen. Doch die ‚Kleinheit‘ der Kleinen Fächer ist eher ein Resultat institutioneller Traditionen, nicht – wie die Metapher vom „Orchideenfach“ suggeriert – der Abgelegenheit ihrer Ge-genstände: Fächer wie Keltologie, Slavistik oder Afrikanistik arbeiten an gesellschaftlich hochrelevanten Themen, erweitern unser Wissen über ganze Weltregionen und bewahren unser kulturelles Erbe. Im kommenden Wintersemester werden die Goethe-Universität Frankfurt, die Justus-Liebig-Universität Gießen und die Philipps-Universität Marburg mit den „Kleine Fächer-Wochen“ Disziplinen in den Fokus rücken, deren Exzellenz in Forschung und Lehre außerhalb der Fachcommunity zumeist wenig Beachtung findet. In Ausstellungen, Filmvorführungen, Podiumsgesprächen, Lesungen, Theateraufführungen und anderen Ver-anstaltungsformaten soll so die Vielgestaltigkeit der hessischen Fächerlandschaft sichtbarer gemacht werden. Die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) fördert die drei Universitäten dabei mit jeweils etwa 50.000 Euro.

"Kleine Fächer" sind unverzeichtbare Partner in Forschungsverbünden und Lehrkooperationen

Mit dem Begriff „Kleine Fächer“ werden wissenschaftliche Disziplinen bezeichnet, die nur an einzelnen deutschen Hochschulstandorten angeboten und von vergleichsweise wenigen Professuren vertreten werden. In der Lehre heben sie sich durch ihre Studierendenzahlen von anderen Disziplinen ab. Um die zahlenmäßig kleinen Disziplinen zu stärken, wurden einige von ihnen auf Initiative der hessischen Landesregierung vor gut zehn Jahren in regionalwissenschaftlichen Zentren in Frankfurt (Ostasien), Gießen (Osteuropa) und Marburg (Naher und Mittlerer Osten) gebündelt. Kleine Fächer sind besonders in den Geistes- und Sozialwissenschaften verortet, finden sich aber auch unter den Natur-, Gesundheits-, Wirt-schafts- oder Ingenieurwissenschaften. Sie sind unverzichtbare Partner in Forschungsverbünden und Lehrkooperationen, liefern einen wesentlichen Beitrag zu aktuellen gesellschaftlichen Diskursen, bieten vielfältige Studienmöglichkeiten und ein breites Feld beruflicher Per-spektiven. Mit den „Kleine Fächer-Wochen“ erhalten sie Gelegenheit, aus dem Schatten der Massenfächer herauszutreten und sich der Hochschulöffentlichkeit, interessierten Bürgerin-nen und Bürgern sowie Studieninteressierten zu präsentieren und sich untereinander noch stärker zu vernetzen.

Gießener Zentrum Östliches Europa der JLU und Herder-Institut für historische Ostmitteleuropaforschung beteiligt

An der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) beteiligen sich das Gießener Zentrum Östliches Europa (GiZo) und acht kulturwissenschaftliche Fächer zusammen mit dem Herder-Institut für historische Ostmitteleuropaforschung an den „Kleine Fächer-Wochen“. Unter dem Titel „Europa – EinBlick von den Rändern“ sollen unter der Federführung von Prof. Dr. Monika Wingender (Institut für Slavistik, Geschäftsführende Direktorin des GiZo) häufig als peripher wahrgenommene Phänomene betont und die Leistungsfähigkeit kleiner Fächer jenseits ihrer engeren Fachzuständigkeit herausgestellt werden. Die am Fachbereich 04 – Geschichts- und Kulturwissenschaften und Fachbereich 05 – Sprache, Literatur, Kultur angesiedelten kulturwissenschaftlichen Fächer Alte Geschichte, Gräzistik, Islamische Theologie, Klassische Archäologie, Latinistik, Osteuropäische Geschichte, Slavistik sind für die historische und aktuelle Diskussion um Europa besonders relevant. „Alle Fächer gemeinsam sind für eine moderne Diskussion über europäische Traditionen und Werte sowie für Zukunftsperspektiven unentbehrlich“, unterstreicht Prof. Wingender, die sich sehr auf das Vorhaben freut, die kleinen Fächer gemeinsam mit ihren Kolleginnen und Kollegen sichtbarer zu machen. Geplant sind unter anderem ein Film mit Alumni, Lesungen mit bekannten Schriftstellerinnen und Schriftstellern, öffentliche Diskussionsveranstaltungen und eine Theateraufführung. Dass die JLU sich mit ihrem Antrag durchsetzen konnte, ist für JLU-Präsident Prof. Dr. Joybrato Mukherjee ein weiterer Beleg für die Erfolgsgeschichte der Zentrenbildung in Hessen. „Die Gründung des GiZo und seine strategische Zusammenarbeit mit dem HerderInstitut in Marburg haben eine einmalige osteuropabezogene Forschungslandschaft geschaffen“, sagte Prof. Mukherjee. „In Verbindung mit weiteren kulturwissenschaftlichen kleinen Fächern verfügen wir hier über ein wichtiges Forschungsnetzwerk mit vielfältigen nationalen und internationalen Partnern.“

UMR veranstaltet breitgefächertes Aktionsprogramm im Rahmen der "Kleine Fächer-Wochen"

Als traditionsreichste der hessischen Hochschulen verfügt die Philipps-Universität Marburg (UMR) über die größte Gruppe an Kleinen Fächer, so forschen und lehren derzeit in 28 überwiegend geisteswissenschaftlichen Kleinen Fächern 34 Professorinnen und Professoren sowie zahlreiche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und Lehrbeauftragte aus den Fachgruppen der außereuropäischen und europäischen Literatur- und Sprachwissenschaften, der angewandten Sprachwissenschaften, der Geschichtswissenschaften und der Archäologien sowie der Film- und Religionswissenschaft. Unter dem Motto „Die weite Welt vor Ort. Der Beitrag der Kleinen Fächer zur Internationalisierung der Universität“ veranstaltet die UMR ein breitgefächertes Aktionsprogramm mit öffentlichen und wissenschaftlichen Veranstaltungen. „In den Kleinen Fächern ist eine internationale Perspektive oft selbstverständlich, da für die Zusammenarbeit mit Fachkolleginnen weite Wege zu gehen sind. Damit bringen sie besondere Perspektiven mit an ihre Universitäten“, sagt Prof. Dr. Kati Hannken-Illjes vom Institut für Germanistische Sprachwissenschaft der Philipps-Universität, unter deren Federführung die „Kleine Fächer-Wochen“ in Marburg stattfinden. Einen Höhepunkt der „Kleine Fächer-Wochen“ in Marburg bildet ein zweiwöchiges gemeinsames Ausstellungsforum aller beteilig-ten Fächer von Altorientalistik bis Wirtschafts- und Sozialgeschichte in der zweiten Novemberhälfte 2019. Eine wöchentliche Vortragsreihe unter Beteiligung von Alumni aus unterschiedlichen und renommierten Berufsfeldern beleuchtet die Kompetenzen und Chancen der Kleinen Fächer für den internationalen Arbeitsmarkt. Parallel dazu präsentieren sich die Kleinen Fächer unter anderem mit einer Dokumentarfilmreihe zum Arabischen Frühling, mit Podiumsgesprächen über „Internationale Kooperationen in politisch bewegten Zeiten“ oder „Latein und Griechisch im 21. Jahrhundert“ sowie mit einem interaktivem, experimentreichen Messetag zum Thema „Sprache/Sprechen“. „In sehr kurzer Zeit haben sich die Fachvertreterinnen und Fachvertreter so vieler und höchst verschiedener Fächer auf ein spannendes Programm mit Ausstrahlung in die Universität und die Stadt verständigt. Das beweist einmal mehr, dass Kleine Fächer international in ihrer Disziplin verankert und vor Ort überaus an-schlussfähig sind“, sagt Prof. Dr. Katharina Krause, Präsidentin der Philipps-Universität.

Hintergrund „Kleine Fächer-Wochen“

Die HRK-Vizepräsidentin für Forschung, wissenschaftlichen Nachwuchs, Transfer und Ko-operation, Prof. Dr. Birgitta Wolff, Präsidentin der Goethe-Universität, sagte: „Die Kleinen Fächer haben aus HRK-Sicht mehr Beachtung verdient, weil sie sich wie zum Beispiel die Arabistik oder Afrikanistik oft wissenschaftlich mit Regionen und „großen“ Themen befassen, die für die künftige globale Entwicklung von entscheidender Bedeutung sind. Ihre Deutungen und internationalen Kooperationen helfen uns dabei, die Welt in ihrer Komplexität besser zu verstehen und auch Herausforderungen wie die Digitalisierung besser meistern zu können. Die „Kleine Fächer-Woche“ soll diese lebendige Wissenschaftskultur besser sichtbar machen und neugierig machen auf eine Begegnung.“ Die HRK engagiert sich seit vielen Jahren für die Stärkung der Kleinen Fächer und ihre Vernetzung auf nationaler und europäischer Ebe-ne. Für das Förderprogramm antragsberechtigt waren deutsche Hochschulen.

Hintergrund „Kleine Fächer-Wochen“

Die HRK-Vizepräsidentin für Forschung, wissenschaftlichen Nachwuchs, Transfer und Ko-operation, Prof. Dr. Birgitta Wolff, Präsidentin der Goethe-Universität, sagte: „Die Kleinen Fächer haben aus HRK-Sicht mehr Beachtung verdient, weil sie sich wie zum Beispiel die Arabistik oder Afrikanistik oft wissenschaftlich mit Regionen und „großen“ Themen befassen, die für die künftige globale Entwicklung von entscheidender Bedeutung sind. Ihre Deutungen und internationalen Kooperationen helfen uns dabei, die Welt in ihrer Komplexität besser zu verstehen und auch Herausforderungen wie die Digitalisierung besser meistern zu können. Die „Kleine Fächer-Woche“ soll diese lebendige Wissenschaftskultur besser sichtbar machen und neugierig machen auf eine Begegnung.“ Die HRK engagiert sich seit vielen Jahren für die Stärkung der Kleinen Fächer und ihre Vernetzung auf nationaler und europäischer Ebe-ne. Für das Förderprogramm antragsberechtigt waren deutsche Hochschulen.

 

Further Information

Socially as well as politically relevant and founded on historical analysis, joint research activities of the Campus Research Focus "History and Area Studies” analyse the problems of a globalised world and contribute to a better understanding of current developments.

 

Contact

Philipps-Universität Marburg
Stabsstelle Hochschulkommunikation

Tel.: 06421 28-26118


Justus-Liebig-Universität Gießen

Presse, Kommunikation und Marketing

Tel.: 0641 99-12041

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