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Blended Networking Wisconsin - Central Hessen

Im Rahmen des hochschulübergreifenden Projekts haben sich Forschende der drei mittelhessischen Hochschulen auf vielfältige Weise mit Partnern in Wisconsin vernetzt. Wir stellen die Ergebnisse des Projektes kurz vor.

Die Verbindungen zwischen dem Land Hessen und Wisconsin sind eng: Seit 1991 konnten zahlreiche Studierende der mittelhessischen Hochschulen im Rahmen des Hessen-Wisconsin-Landesprogramms ein Auslandssemester in den USA absolvieren und auch Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus unterschiedlichen Disziplinen arbeiten seit vielen Jahren erfolgreich zusammen. Insbesondere die Partnerschaft der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) mit der University of Wisconsin – Madison (UW-Madison) ist eng und besteht seit 40 Jahren. Um die Vernetzung über Kontinente hinweg zu intensivieren und die Zusammenarbeit auf Verbundebene auszubauen, fördert der Forschungscampus Mittelhessen mit dem Projekt „Blended Networking Wisconsin – Central Hessen“ gegenseitige Besuche, um weitere gemeinsame Forschungsprojekte anzubahnen. Das Verbundprojekt der drei FCMH-Hochschulen wird aus Mitteln der Hessischen Staatskanzlei und des Generalkonsulats Frankfurt gefördert.

 

Viren im Blick: Internationale Forschungsarbeiten zur RNA-Biologie

 

Straesser Team

Im Rahmen der Initiative zur Stärkung der Forschungskooperation besuchten Prof. Dr. Katja Sträßer, Geschäftsführende Direktorin des Instituts für Biochemie, Dr. Cornelia Kilchert, ebenfalls Institut für Biochemie der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU), und Dr. Katharina Höfer, Max-Planck-Institut für terrestrische Mikrobiologie in Marburg, die Fachbereiche Biochemie und Biomolekulare Chemie der UW-Madison. Gastgeber waren die Biochemiker Prof. David Brow, Prof. Aaron Hoskins und Prof. Sam Butcher.

 

Im Fokus der Reise stand die RNA-Biologie. Im Rahmen eines gemeinsam organisierten, hybriden Symposiums, an dem weitere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Gießen beteiligt waren, diskutierten die Forschenden über aktuelle Ergebnisse zu verschiedenen Aspekten der RNA-Biologie, darunter Spleißen, RNA-Export und RNA-Modifikation. Ein Thema war auch die Replikation von Corona-Viren.

 

Die mittelhessische Delegation hatte darüber hinaus die Gelegenheit, Forschungseinrichtungen wie die National Magnetic Resonance Facility, die Biophysics Instrumentation Facility und den Biochemistry Optical Core, das Cryo-Elektronenmikroskopie-Forschungszentrum und das National Center for Quantitative Biology of Complex Systems an der UW-Madison zu besuchen. Außerdem fanden Gespräche zwischen Forschenden der UW-Madison und den deutschen Gästen statt, um gemeinsame Forschungsprojekte anzustoßen.

 

 Foto: (v.l.n.r.) Prof. David Brow, Dr. Katharina Höfer, Prof. Aaron Hoskins, Prof. Dr. Katja Sträßer, Dr. Cornelia Kilchert und Prof. Sam Butcher (Bildnachweis: Prof. Dr. Katja Sträßer)

Prof. Straesser mit Team im Labor UW-Madison

 

„Die UW-Madison und die hessischen Universitäten haben erstaunliche Forschungsstärken in der RNA-Biologie und Biochemie mit vielen gemeinsamen Forschungsinteressen“, sagt Prof. Hoskins: „Wir hoffen, dass dieser Besuch nicht nur zu neuen internationalen Kooperationen zwischen den einzelnen Labors führt, sondern auch zu neuen Programmen, die den gegenseitigen Austausch von Doktorandinnen und Doktoranden sowie Postdocs zwischen der UW-Madison und Deutschland erleichtern und so hervorragende Wissenschaft und Ausbildung fördern.“ Prof. Sträßer ergänzt, dass ihre beiden Mitreisenden und sie interessante und hervorragend organisierte Tage an der UW-Madison verbracht haben, die einen guten Einblick in die RNA-Forschungslandschaft sowie neue wissenschaftliche Kontakte ermöglicht hätten: „Ich sehe gespannt und voller Freude in unsere gemeinsame RNA-Zukunft.“

 

 

 

 

 

 

 

 

Foto: (v.l.n.r.) Prof. David Brow, Prof. Dr. Katja Sträßer, Dr. Katharina Höfer, Dr. Cornelia Kilchert und Prof. Sam Butcher (Bildnachweis: Prof. Dr. Katja Sträßer)

 

  

 

Workshop "'Contributing' to the Managment Literature" mit Prof. Dr. Hart Posen für Doktorand*innen der Wirtschaftswissenschaften 

 

Workshop mit Prof. Dr. Hart Posen

Prof. Dr. Teresa Dickler, Professorin für Nachhaltigkeitsmanagement im Fachbereich der Wirtschaftswissenschaften an der Philipps-Universität Marburg, organisierte vom 03. bis 05. April 2023 einen dreitätigen Workshop für Doktorandinnen und Doktoranden mit dem sehr renommierten Wirtschaftswissenschaftler Prof. Dr. Hart Posen der UW-Madison.

 

Dank seiner jahrelangen Erfahrung in der Veröffentlichung akademischer Journals und Mitherausgeber des einflussreichen Strategic Management Journals konnte Prof. Posen den Doktorierenden einen „Blick hinter die Kulissen“ ermöglichen. Wie Prof. Dr. Dickler zusammenfasst, ging es bei dem Workshop ganz konkret um die Frage: „Wie muss ich denn eigentlich einen Artikel für ein Journal schreiben, so dass ich meine Leserschaft und zuerst vor allem die Editoren schon in den ersten ein oder zwei Paragraphen von meinem Beitrag überzeugen kann?“

 

An den Vormittagen erarbeiteten die Teilnehmenden zunächst anhand von Prof. Posen ausgewählten Beispielartikeln, worauf es beim Schreiben für Journals ankommt und wieviel implizites Wissen oft vorausgesetzt wird. Die Doktorierenden profitierten dabei vor allem vom Hintergrundwissen von Prof. Posen, der ihnen detailliert Einblicke in die oft ungeschriebenen Regeln der wissenschaftlichen Publikationslandschaft zu geben vermochte. Aufbauend und anknüpfend an die so entstandene Best-Practice-Sammlung von Erfolgsfaktoren arbeiteten die Teilnehmenden an den Nachmittagen dann mit Prof. Posen an ihren eigenen Artikeln. 

 

Foto: Workshop mit Prof. Dr. Hart Posen (Bildnachweis: Prof. Dr. Teresa Dickler)

 

Workshop-Teilnehmende im Restaurant

 

Der Workshop war ein voller Erfolg, wie Prof. Dickler berichtet: „So ein positives Feedback wie bei diesem Workshop hab ich bisher noch nicht erlebt. Die Teilnehmenden waren durchweg begeistert. Prof. Posen hat sich sogar bereit erklärt, den Doktorierenden aus dem Workshop auch weiterhin für Rückfragen und Feedback für ihre eigenen Artikel zur Verfügung zu stehen. Der Workshop war also insbesondere für Ausbildung unserer Doktorierenden eine sehr wertvolle Bereicherung“.

 

Neben den finanziellen Ressourcen des Forschungscampus Mittelhessen, durch den dieser Workshop ermöglicht worden ist, bietet der Hochschulverbund darüber hinaus auch einen weiteren Vorteil, wie Prof. Dickler erläutert: „Es hat eine deutliche und nicht zu unterschätzende Signal- und Legitimitätswirkung, wenn man bei der Kontaktaufnahme erwähnt, wir sind Teil des Forschungscampus Mittelhessen und möchten Sie gerne einladen.“.

 

Während des Aufenthalts von Prof. Posen im Rahmen des Workshops haben Prof. Dickler und Prof. Posen zudem weitere gemeinsame Forschungsinteressen ausloten können und bleiben weiter im Gespräch, um die Zusammenarbeit auch in Zukunft zu vertiefen.

 

 

Foto: Workshop-Teilnehmende beim gemeinsamen Abendessen (Bildnachweis: Prof. Dr. Teresa Dickler)

 

Gastaufenthalt von Dr. Tatiana Joseph an der Justus-Liebig-Universität Gießen

 

Dr. Tatiana Joseph mit Prof. Dr. Anja Seifert und Team beim Abendessen

Im Rahmen eines fünftägigen Gastaufenthalts der Erziehungswissenschaftlerin Dr. Tatiana Joseph von der UW Milwaukee an der JLU konnten sich Prof. Dr. Anja Seifert, Professorin für Erziehungswissenschaft mit dem Schwerpunkt Grundschulpädagogik und Didaktik des Sachunterrichts und ihr Team zu Themen wie Heterogenität und Diversität in der Schule und der rassismuskritischen Schulpädagogik vernetzen und austauschen. In mehreren Veranstaltungen und Treffen identifizierten die Wissenschaftlerinnen Anknüpfungspunkte zwischen den Gießener Projekten „GLOPEG - Global Primary School Education“ und „RaMS – Rassismuskritik Meets Schulpädagogik“ und Dr. Josephs Forschungsschwerpunkt der Critical Race Theory und Lehrplanentwicklung. Mit dem Austausch sollen vergleichende transatlantische Forschungsprojekte sowie Vortragstätigkeiten zu „Diversity and Education“ im didaktischen Kontext angestoßen werden.

 

 

 

Foto: Dr. Tatiana Joseph (2.v.l.) und Prof. Dr. Anja Seifert (3.v.l.) beim gemeinsamen Abendessen (Bildnachweis: Prof. Dr. Anja Seifert)

 

Aufenthalt von Prof. Dr. Stefan Wahlen an University of Wisconsin in Madison 

 

Stefan Wahlen und Jennifer E. Gaddis

Um Anknüpfungspunkte für mögliche Forschungskooperationen mit der University of Wisconsin in Madison zu eruieren, reiste der Gießener Ernährungssoziologe Prof. Dr. Stefan Wahlen Anfang April 2023 in die Vereinigten Staaten. Verschiedene Aktivitäten gaben den Anstoß für einen Austausch mit amerikanischen Kolleginnen und Kollegen. Auf dem Programm standen neben einem fachlichen Vortrag über den Beitrag von Gemeinschaften zur Transformation des Ernährungssystems auch ein agrarökologisches Symposium mit dem Titel: „Relationships for Change“. Gemeinsame Gespräche mit Humanökologen, Umweltsoziologen sowie Mitgliedern des „Food Studies Network“ bilden eine solide Basis für mögliche zukünftige Kooperationen.

 

 

 

 

 

 

Foto:  Prof. Dr. Stefan Wahlen zu Gast bei Prof. Dr. Jennifer Gaddis an der School of Human Ecology UW - Madison  (Bildnachweis: Prof. Dr. Stefan Wahlen)

 

Aufenthalt von Doktorand Lukas Pohl an University of Wisconsin in Milwaukee

 

Vortrag Lukas Pohl

Lukas Pohl stellte sein Dissertationsvorhaben zur Geschichte der Sicherheit in der multiethnischen Industriestadt Lodz im 19. und 20. Jahrhundert in Milwaukee vor. Dieses ist im hochschulübergreifenden Sonderforschungsbereich „Dynamiken der Sicherheit. Formen der Versicherheitlichung in historischer Perspektive“ und im Campus-Schwerpunkt Sicherheit – Konflikt – Ordnung angesiedelt. Während einer knapp dreiwöchigen Reise konnte Herr Pohl bereits bestehende Kontakte zu Prof. Dr. Chu an der UW Milwaukee in Wisconsin vertiefen und Forschungskooperationen zur Geschichte der Stadt Lodz – Prof. Chu forscht insbesondere zur deutschen Minderheit der Stadt – austauschen, sowie mögliche weitere Kooperationen besprechen. Ferner verfolgte Herr Pohl einige Veranstaltungen der Universität des Historischen Instituts und der Germanistik. Auch erhielt er die Möglichkeit, einen Vortrag für Studenten zu halten, der anhand des historischen Ostpreußens die Komplexität des historisch-geographischen Begriffs „Osteuropa“ aufzeigte.

 

 

Foto: Vortrag von Lukas Pohl (Bildnachweis: Lukas Pohl)

 

Aufenthalt von Prof. Dr. Alexander Haas und Masterand Anwar Semaan an der University of Wisconsin

 

Prof. Dr. Haas reiste Ende 2022 mit seinem Masteranden Anwar Semaan zur Anbahnung einer zukünftigen Kooperation im Rahmen einer möglichen Promotion von Herrn Semaan in die Vereinigten Staaten. Vor Ort führten sie an der University of Wisconson-Madison Gespräche mit Prof. Dr. Enno Siemsen (Associate Dean, School of Business), Prof. Dr. Jan B. Heide (Professor of Marketing), an der University of Wisconsin-Milwaukee mit Prof. Dr. Kaushal Chari (Dean, Lubar College of Business), Prof. Amit Bhatnagar (Associate Dean for Ph.D.-Programs des Lubar College), Prof. Purushottam Papatla (Co-Director, Northwestern Mutual Data Science Institute), Prof. Dr. Sanjoy Ghose (Professor of Marketing) und an der University of Wisconsin-Whitewater mit Prof. Dr. Paul Ambrose (Dean, College of Business and Economics), James W. Peltier (Head, Department of Marketing), Pavan R. Chennamaneni (Professor of Marketing), Prof. Dr. Andrew J. Dahl (Associate Professor of Marketing). An jeder Universität wurden diverse Möglichkeiten identifiziert, die thematisch an der Masterthesis von Herrn Semaan anschließen können und/ oder eine Mitarbeit von Herrn Semaan bestimmten der dortigen Projekte ermöglichen. Es wurde vereinbart, zunächst die Masterthesis von Herrn Semaan abzuwarten, um dann die nächsten konkreten Schritte festzulegen. Aus dem Professurteam von Prof. Dr. Haas stehen seine Postdoktorandin Frau Dr. Bowen und er selbst bereit, Herrn Semaan und seine Promotionsprojekte zu unterstützen. Herr Semaan hat seine Masterthesis kürzlich abgegeben. Insgesamt besteht auf allen Seiten großes Interesse, eine Forschungskooperation im Rahmen des Promotionsprojekt von Herrn Semaan zu starten.

 

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