Kultur und Konflikt

Im Mittelpunkt dieses Forschungsschwerpunkts steht die interdisziplinäre Erforschung zeitgenössischer und historischer Konfliktdynamiken, ihrer gewaltsamen Eskalationen und Lösungen sowie der damit verbundenen Vorstellungen und Praktiken von Sicherheit. Die Forschung umfasst verschiedene Regionen der Welt, darunter Osteuropa, den Nahen Osten, Nordafrika und Lateinamerika. Der Schwerpunkt liegt auf dem Zusammenspiel von Konflikt und Kultur, insbesondere der kulturellen Konditionierung von Konflikten. Zentrale Untersuchungsgegenstand ist es, wie Gesellschaften und verschiedene Akteure Konflikte interpretieren, beeinflussen und kontrollieren, sowie die Frage, wie das Konfliktverhalten von Demokratien vor dem Hintergrund der Möglichkeiten und Grenzen der Entwicklung demokratischer Resilienz geprägt ist. Ein übergeordnetes Ziel ist es, die Wechselbeziehungen zwischen Konflikt, sozialem Wandel und institutioneller Gestaltung sowohl theoretisch als auch empirisch zu überdenken. Ausgangspunkt ist die Annahme, dass sozialer und kultureller Wandel sowohl Konflikte verursacht als auch neue Wege zu ihrer Bewältigung eröffnet. Forschende untersuchen beispielsweise, wie Kriege, technologische Umbrüche, ökologische Katastrophen, Ressourcenknappheit, Pandemien und geoökonomische Rivalitäten politische Institutionen und soziale Strukturen verändern. Er analysiert die Reaktionen von Staat, Zivilgesellschaft und transnationalen Akteuren sowie Versuche, neue Ordnungen zu etablieren.

Kulturwissenschaftliche Perspektiven bereichern die überwiegend sozialwissenschaftlich geprägte Konfliktforschung, indem sie die Wahrnehmung, Interpretation und kulturelle Verankerung von Konflikten untersuchen. Historische Forschung beleuchtet sowohl die Ursprünge aktueller Krisen als auch deren Bedeutung für die Entwicklung von Modellen, Typen und Theorien.

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