Starke mittelhessische Allianz

Gießen und Marburg bewerben sich im Schulterschluss um den Titel Exzellenzuniversität

Wissenschaftsminister Timon Gremmels (r) mit Prof. Dr. Thomas Nauss (Präsident der Uni Marburg), Prof. Dr. Matthias Willems (Präsident der THM) und Prof. Dr. Katharina Lorenz (Präsidentin der Uni Gießen). Bildnachweis: JLU/ Roland Duss.

Wiesbaden. Die Ortsbesuche der hessischen Exzellenzverbünde sind am Donnerstag zu Ende gegangen. Ministerpräsident Boris Rhein und Wissenschaftsminister Timon Gremmels haben an diesen Terminen im April und Mai teilgenommen und die Verbünde vor Ort unterstützt.


RMU und mittelhessischer Verbund sind im Rennen

Um den Titel der „Exzellenzuniversität“ bewirbt sich die Allianz der Rhein-Main-Universitäten (RMU), ein länderübergreifender Zusammenschluss der Technischen Universität Darmstadt, der Goethe-Universität Frankfurt und der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, sowie der mittelhessische Verbund der Justus-Liebig-Universität Gießen und der Philipps-Universität Marburg.


"Zentrale Bedeutung für Hessen"

Ministerpräsident Boris Rhein sagt: „Die Universitätsverbünde haben eine zentrale Bedeutung für das Land Hessen. Sie sind Innovationsmotoren und Anziehungspunkte für Talente in den Regionen. Sowohl das Rhein-Main-Gebiet als auch Mittelhessen profitieren enorm von ihrer wissenschaftlichen Strahlkraft, ihrer Innovationsstärke und ihrer engen Vernetzung mit Wirtschaft und Gesellschaft. Mit Hilfe der hohen Fördermittel und mit dem Prestige des Exzellenztitels könnten richtungsweisende Projekte noch schneller realisiert werden. Für die finale Förderentscheidung drücke ich der RMU und Mittelhessen fest die Daumen.“

Ministerpräsident Boris Rhein (l) mit Prof. Dr. Katharina Lorenz (Präsidentin der Uni Gießen) und Prof. Dr. Thomas Nauss (Präsident der Uni Marburg). Bildnachweis: JLU/ Roland Duss.


"Land hat beide Verbünde intensiv unterstützt"

Wissenschaftsminister Timon Gremmels betont: „Die Exzellenzstrategie ist Deutschlands wichtigster Forschungswettbewerb. Deshalb haben wir als Land beide Verbünde in den vergangenen Jahren intensiv unterstützt – auch finanziell. Allein in den letzten fünf Jahren haben wir ihre institutionelle Entwicklung mit knapp acht Millionen Euro gefördert, zusätzlich zur Forschungsförderung und zu den Grundmitteln. Mein Dank gilt allen Beteiligten, die mit großem Engagement die Anträge verfasst und zum Gelingen der Begutachtung beigetragen haben – insbesondere den Universitätspräsidien. Über viele Monate hinweg wurde hier mit hohem Einsatz, viel Herzblut und großer Professionalität gearbeitet. Ich bin von dem Ergebnis wirklich tief beeindruckt und mir sicher, dass wir einen hervorragenden Eindruck hinterlassen haben. Die Strategien, die die Universitäten anlässlich der Exzellenzstrategie entwickelt haben, bereichern den Wissenschaftsstandort Hessen enorm.“

Exzellenzuniversitäten erhalten eine Förderung von bis zu 15 Millionen Euro, Exzellenzverbünde bis zu 28 Millionen Euro im Jahr. Davon trägt der Bund mit 75 Prozent den größten Anteil. Die finale Auswahl der Exzellenzuniversitäten wird die Exzellenzkommission Anfang Oktober treffen. Das Gremium besteht aus 39 internationalen wissenschaftlichen Expertinnen und Experten sowie den Wissenschaftsministerinnen und Wissenschaftsministern von Bund und Ländern. Derzeit befinden sich elf Bewerber im Rennen um maximal fünf freie Plätze, darunter auch die beiden hessischen Verbünde.


Mittelhessischer Verbund der Universitäten Gießen und Marburg

Zwischen den beiden räumlich nahgelegenen Universitäten Gießen und Marburg bestehen seit langem enge Kooperationsbeziehungen. Die Zusammenarbeit ist institutionalisiert; so gibt es mit dem Forschungscampus Mittelhessen bereits seit 2016 eine dauerhafte Kooperationsstruktur der beiden Universitäten, gemeinsam mit der Technischen Hochschule Mittelhessen. Die Forschungsallianz bündelt die Forschungsaktivitäten der Kooperationspartner in mehreren gemeinsamen strategischen Schwerpunkten wie den Bereichen Adaptive Kognition und Verhalten, Materialien für nachhaltige Energie sowie Quantum- und Raumfahrt-Technologien, Lungengesundheit, Infektion und Impfstoffentwicklung, Agrarökosysteme, mikrobielle Ressourcen und Klimaresilienz und Kultur und Konflikt. Infolge ihrer engen Kooperation haben die Universitäten auch eine abgestimmte Berufungspolitik entwickelt und gemeinsame Studiengänge etabliert. Die Infrastruktur wird wechselseitig genutzt.




Allianz der Rhein-Main-Universitäten (RMU)

Mit der Allianz der Rhein-Main-Universitäten besteht seit 2015 eine enge institutionelle Zusammenarbeit zwischen den Universitäten Darmstadt, Frankfurt und Mainz. Die drei Partnerinnen der Allianz arbeiten in nahezu allen Leistungsdimensionen eng zusammen – von gemeinsamen Forschungsvorhaben und Studiengängen bis hin zu kooperativ genutzten Infrastrukturen und der abgestimmten Rekrutierung wissenschaftlichen Personals. In der Forschung gibt es viele gemeinsame Schwerpunkte etwa in den Bereichen Data, Health, Matter und Society.

Weitere Informationen: www.rhein-main-universitaeten.de


Kontakt

Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur
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E-Mail: Kerstin.Scheidecker@hmwk.hessen.de