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THM-Projekt "Gemeinsam Gesundheit gestalten" gestartet
THM-Projekt will ältere Menschen in Gießen vor Hitze schützen. Zusammenarbeit zwischen THM und Gesundheitsamt Gießen.

Gemeinsames Engagement für Gesundheitsprävention und -versorgung: Rolf Reul (Sachgebietsleiter Gesundheitsplanung im Gesundheitsamt des Landkreises Gießen, v. l.), Frank Ide (Gesundheitsdezernent), Dr. Sophie Ruhrmann (ärztliche Amtsleitung), Sabrina Hanika (wissenschaftliche Mitarbeiterin am Willy Robert Pitzer-Institut) und Prof. Dr. Susanne Hanefeld (Direktorin des Willy Robert Pitzer-Instituts) arbeiten in einer Kooperation der THM und dem Gesundheitsamt des Landkreises Gießen zusammen. Bildnachweis: THM.
Die Technische Hochschule Mittelhessen (THM) und das Gesundheitsamt des Landkreises Gießen arbeiten zusammen im Bereich Gesundheitsprävention und Gesundheitsversorgung. Erkenntnisse aus Wissenschaft und Forschung des Willy Robert Pitzer-Instituts für Versorgungsforschung und Rehabilitation der THM fließen nun in die Gesundheitsstrategie des Landkreises ein, die unter dem Titel „Gemeinsam Gesundheit gestalten“ Akteure vernetzt, um Versorgung breit und zukunftsfähig aufzustellen.
Ein erstes gemeinsames Projekt betrifft Hitzeprävention. Denn infolge des Klimawandels treten Hitzewellen immer häufiger und intensiver auf. Insbesondere in Städten staut sich die Hitze. Gesundheitlich besonders gefährdet sind dann ältere Menschen, die empfindlich auf hohe Temperaturen reagieren. Dort setzt das Projekt „Hitzeprävention und Anpassung älterer Menschen an Temperaturbelastungen in Gießen“ (HEAT-Gi) an. Das GKV-Bündnis für Gesundheit in Hessen fördert das gemeinsame Projekt im Rahmen des Schwerpunkts „Klima und Gesundheit“ über zwei Jahre mit rund 46.000 Euro.
Ziel von HEAT-Gi ist die Verbesserung der physischen und psychischen Gesundheit älterer Menschen bei Hitze in Gießen – vor allem durch die Integration von Hitzeprävention im Alltag und den Aufbau nachhaltiger sozialer Unterstützungssysteme. So will das Team unter Leitung von Prof. Dr. Susanne Hanefeld, Direktorin des Willy Robert Pitzer-Instituts für Versorgungsforschung und Rehabilitation, die Gesundheitskompetenz von Seniorinnen und Senioren im Umgang mit sommerlicher Hitze stärken und verbessern.
Im Sinne der Chancengleichheit soll das Konzept vor allem alleinlebende oder sozial benachteiligte ältere Menschen unterstützen. Das Projekt setzt auf leichte Sprache und barrierefreie Angebote, denn im Mittelpunkt stehen die Bedürfnisse der Seniorinnen und Senioren, die aktiv in die Entwicklung der Inhalte eingebunden werden.
Zentraler Bestandteil ist die Ausbildung ehrenamtlicher Hitze-Lotsinnen und -Lotsen. Diese geben alltagsnahe Tipps und beantworten Fragen wie: Was sollte ich bei Hitze essen und trinken? Wie schütze ich meine Wohnung vor Hitze? Welche Orte in der Stadt bieten Abkühlung? Ziel ist es, dass sie den Seniorinnen und Senioren als Ansprechpersonen zur Seite stehen – an Orten wie Cafés oder Seniorentreffs.
Darüber hinaus ist die Veranstaltungsreihe „Gesund durch den Sommer“ vorgesehen, die umfassend zu gesundheitsrelevanten Themen wie Trinkverhalten, Ernährung und Bewegung bei Hitze, Sonnenschutz sowie einem sicheren Umgang mit Medikamenten informieren soll. Die ersten drei Veranstaltungen starten im Sommer, werden anschließend ausgewertet und weiterentwickelt.
HEAT-Gi ist von Beginn an in die kommunale Gesundheitsstrategie des Landkreises Gießen sowie Strategien der Stadt Gießen eingebunden. Die Projektbeteiligten arbeiten dabei eng mit dem Gesundheitsamt Gießen zusammen. Ein Beispiel ist der „Coole Stadtplan Gießen“, der kühle Aufenthaltsorte, Trinkwasserstellen und Schutzräume bei hohen Temperaturen im Stadtgebiet sichtbar macht. Die im Projekt gewonnenen Erkenntnisse fließen wiederum als Empfehlungen an die Stadt Gießen zurück.
„Das Thema ist hochaktuell“, betont Prof. Hanefeld: „In ersten Gesprächen mit dem Gesundheitsamt wurde schnell klar, dass der Bedarf groß ist und das Thema dort auf eine klare Bereitschaft zum Handeln trifft. Wir wollen mit HEAT-Gi nicht nur informieren und aufklären, sondern konkrete Unterstützung bieten – an Orten, wo Seniorinnen und Senioren ihren Alltag verbringen.“
„Wir möchten dafür den Austausch mit der THM bei unterschiedlichen Themen im Rahmen der Gesundheitsstrategie nutzen“, sagt Gesundheitsdezernent Frank Ide. „Wir haben die Möglichkeit, Forschung und Praxis zu verzahnen und wissenschaftliche Erkenntnisse in die Praxis einfließen zu lassen. Das kommt auch den Menschen im Landkreis zugute.“ Dr. Sophie Ruhrmann, ärztliche Amtsleitung, ergänzt: „Durch das gemeinsame Projekt wird auch die Rolle des öffentlichen Gesundheitsdienstes in der Gesundheitsforschung deutlich hervorgehoben.“
Für beide Partner bestehen weitere Synergien, wie Rolf Reul, Sachgebietsleiter Gesundheitsplanung im Gesundheitsamt, erklärt. So seien zum Beispiel gemeinsame Förderanträge denkbar. Außerdem könnten in Verbindung mit Forschungsfragen unmittelbar Einwohnerinnen und Einwohner erreicht werden. „Gerade mit Blick auf die aus gesundheitlicher Perspektive besonderen Herausforderungen wie Klimaanpassung und eine älter werdende Bevölkerung ist dies ein Mehrwert für uns.“
Eine der ersten gemeinsamen Maßnahmen ist eine Bedarfsanalyse durch die THM zu den gesundheitlichen Herausforderungen in verschiedenen Lebensphasen unter den Titeln „Gesund aufwachsen“, „Gesund bleiben“, „Gesund altern“ im Landkreis Gießen. Langfristiges Ziel für das Projekt HEAT-Gi ist eine Verstetigung, um es auf den Landkreis auszuweiten und eine Vorbildfunktion für andere Kommunen zu schaffen.
Kontakt
Technische Hochschule Mittelhessen - University of Applied Sciences
Pressestelle
E-Mail: pressestelle@thm.de