Neue Transferwege in Hochtechnologien

Veranstaltung von GGN und EFRE-Innovationslabor Prozessdiagnostik bringt Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Europa an der Universität Gießen zusammen

Veranstaltung „Neue Transferwege in Hochtechnologien – in Hessen für Europa“ des EFRE-Innovationslabors Prozessdiagnostik (v.l.): Dr. Jan Marien, Isabellenhütte Heusler GmbH & Co. KG, Prof. Dr. Peter J. Klar, I. Physikalisches Institut der JLU, Staatssekretär Christoph Degen, JLU-Vizepräsident Prof. Dr. Alexander Goesmann und Prof. Dr. Sangam Chatterjee, I. Physikalisches Institut der JLU. Bildnachweis: Katrina Friese.

Wie können wissenschaftliche Erkenntnisse schneller in technologische Anwendungen, wirtschaftliche Wertschöpfung und gesellschaftlichen Nutzen überführt werden? Diese Frage stand im Mittelpunkt der Veranstaltung „Neue Transferwege in Hochtechnologien – in Hessen für Europa“ am Freitag an der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU). Das EFRE-Innovationslabor Prozessdiagnostik hatte gemeinsam mit dem Gießener Graduiertenzentrum für Naturwissenschaften und Psychologie (GGN) an der JLU eingeladen, um gemeinsam mit Partnerinnen und Partnern aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik neue Perspektiven für den Transfer in Hochtechnologien in den Blick zu nehmen. Die Veranstaltung fand statt im Rahmen des Austauschformats „GGN meets Industry“ statt, das den Austausch zwischen Forschenden, Studierenden und Wirtschaft stärken soll.

Zu den Gästen zählten Christoph Degen, Staatssekretär im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur, sowie Nicolas Gibert-Morin von der Europäischen Kommission. Der Austausch verband die Besichtigung der Forschungsinfrastruktur mit Vorträgen und einer Diskussionsrunde zu der Frage, wie innovationsstarke Technologien in Hessen gezielt weiterentwickelt und besser in regionale und europäische Wertschöpfungsketten eingebunden werden können.

Grußwort von Nicolas Gibert-Morin, Europäische Kommission. Bildnachweis: Katrina Friese.

Im Fokus standen insbesondere jene Bereiche, in denen wissenschaftliche Exzellenz, hochspezialisierte Infrastruktur und industrielle Anschlussfähigkeit eng zusammenwirken: von moderner Materialforschung und Photonik über Halbleiter- und Quantentechnologien bis hin zu sicherheitsrelevanten Zukunftsfeldern. Das EFRE-Innovationslabor Prozessdiagnostik für energieeffiziente und ressourcenschonende Technologien zeigt exemplarisch, wie forschungsnahe Infrastruktur an Hochschulen dazu beitragen kann, technologische Entwicklungen an der Schnittstelle zwischen Grundlagenorientierung und Anwendung zu beschleunigen.

Staatssekretär Christoph Degen erklärte: „Gerade im internationalen Wettbewerb um Schlüsseltechnologien zeigt sich, wie wichtig starke Partnerschaften zwischen Wissenschaft und Wirtschaft sind. Mit dem EFRE-Innovationslabor Prozessdiagnostik unterstützen das Land Hessen und die Europäische Union gezielt Strukturen, die den Transfer von Forschung in die Anwendung beschleunigen. Hochspezialisierte Infrastrukturen und Austauschformate wie diese, bringen Forschende, Studierende und Unternehmen frühzeitig zusammen, fördern neue Kooperationen und schaffen die Voraussetzungen dafür, dass aus wissenschaftlicher Exzellenz konkrete Innovationen, Prozesse und Produkte entstehen.“

„Die JLU versteht sich als Universität mit hoher wissenschaftlicher Breite und zugleich mit einem klaren Anspruch, gesellschaftliche und technologische Entwicklungen aktiv mitzugestalten“, so JLU-Vizepräsident Prof. Dr. Alexander Goesmann. „Formate wie diese Veranstaltung machen sichtbar, wie leistungsfähig unsere Forschungslandschaft ist und welches Potenzial in der engen Zusammenarbeit von Universität, Wirtschaft, Politik und europäischen Partnern liegt.“

Prof. Dr. Sangam Chatterjee, der gemeinsam mit Prof. Dr. Peter J. Klar das Projekt am I. Physikalischen Institut der JLU leitet, betonte: „Technologietransfer entsteht nicht von selbst. Er braucht wissenschaftliche Tiefe, verlässliche Infrastrukturen, industrielle Anschlussfähigkeit und den politischen Willen, strategische Zukunftsfelder langfristig zu stärken. Genau an dieser Schnittstelle wirken wir in Gießen: als Ort, an dem aus Forschung neue technologische Optionen, belastbare Partnerschaften und Perspektiven für den Mittelstand entstehen. Und dies schon jetzt mit Erfolg: Seit der Bescheidübergabe vor einem Jahr haben sich bereits neue intensive Firmenkontakte ergeben und wir freuen uns auf die Zusammenarbeit in den nächsten Jahren.“

Die Veranstaltung zeigte deutlich, dass Transfer heute mehr bedeutet als den linearen Übergang einzelner Forschungsergebnisse in die Anwendung. Gefragt sind vielmehr integrierte Strukturen, in denen Hochschulen, Unternehmen und öffentliche Akteure frühzeitig zusammenarbeiten, gemeinsame Entwicklungsrisiken tragen und technologische Reifeprozesse beschleunigen. Gerade in forschungsintensiven Feldern mit hohen technologischen Eintrittsbarrieren kommt solchen Brückenstrukturen eine besondere Bedeutung zu. Das EFRE-Innovationslabor Prozessdiagnostik bietet langfristige Stabilität, um sich dieser neuen universitären Aufgabe zu widmen und in selektierten Themen zur Technologieentwicklung beizutragen.

Die JLU knüpft damit an ihren Anspruch an, wissenschaftliche Exzellenz mit regionaler Verantwortung und europäischer Vernetzung zu verbinden. Zugleich unterstreicht die Veranstaltung die Bedeutung gezielter Förderinstrumente für den Aufbau leistungsfähiger Innovationsökosysteme. EFRE-geförderte Infrastrukturen können dazu beitragen, neue technologische Entwicklungspfade zu eröffnen und den Transfer in Zukunftsfeldern nachhaltig zu stärken.


Kontakt

Justus-Liebig-Universität Gießen
Prof. Dr. Sangam Chatterjee & Prof. Dr. Peter J. Klar
I. Physikalisches Institut
E-Mail: sangam.chatterjee@physik.uni-giessen.de
E-Mail: peter.j.klar@exp1.physik.uni-giessen.de


Forschungsschwerpunkt "Materialien für nachhaltige Energie, Quanten- und Weltraumtechnologien"

Im Schwerpunkt „Materialien für nachhaltige Energie, Quanten- und Weltraumtechnologien“ entwickeln Forschende Grundlagen für Energie-, Informations- und Weltraumtechnologien und erforschen neue Materialien und Prozesse. Dazu gehören nachhaltige Energiematerialien, elektrochemische Speichertechnologien und Quantenmaterialien für Photonik und Optoelektronik. Interdisziplinäre Methoden ermöglichen ein tiefgehendes Verständnis und fördern Innovation, Wissenstransfer und internationale Zusammenarbeit.