Entwicklung von klimabewussten Konzepten im THM-Projekt KLIMA-kids eingeworben

ARGE GKV-Bündnis für Gesundheit in Hessen fördert das Projekt "KLIMA_kids" über drei Jahre mit rund 276.000 Euro.

Freuen sich über die zukünftige Zusammenarbeit: Dr. Sophie Ruhrmann (Amtsleiterin Gesundheitsamt, von links), Rolf Reul (Sachgebietsleiter Gesundheitsplanung) und Frank Ide (Gesundheitsdezernent und Kinder- und Jugenddezernent) sowie Prof. Dr. Susanne Hanefeld (Direktorin Willy Robert Pitzer-Institut) und Sabrina Hanika (wissenschaftliche Mitarbeiterin). Bildnachweis: THM.

Der Klimawandel zählt zu den größten gesundheitlichen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. Besonders Kinder gelten als schutzbedürftige Gruppe, da sie sensibler auf Temperaturveränderungen reagieren. Das Projekt KLIMA-kids will Kindertageseinrichtungen im Landkreis Gießen dabei unterstützen, den Alltag in der Kita klimabewusst und gesundheitsfördernd zu gestalten. Die Einrichtungen werden dabei begleitet, Schutz- und Anpassungsstrategien zu entwickeln.

Umgesetzt wird KLIMA-kids (Klimaresiliente Lern- und Innovationsorientierte Maßnahmen für Aufwachsende (kids)) gemeinsam vom Willy Robert Pitzer-Institut für Versorgungsforschung und Rehabilitation der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM) in Kooperation mit dem Gesundheitsamt des Landkreises Gießen. Die ARGE GKV-Bündnis für Gesundheit in Hessen fördert das Projekt über drei Jahre mit rund 276.000 Euro.

Ziel des Projekts ist es, Kinder frühzeitig dabei zu unterstützen, mit klimabedingten Belastungen wie Hitze umzugehen und gleichzeitig ihre Gesundheit zu fördern. Das Projektteam begleitet die Kitas dabei, entsprechende Konzepte in den Alltag zu integrieren. Im Mittelpunkt stehen die Kinder selbst. Sie werden von Beginn an aktiv in das Projekt einbezogen und in Formaten wie „Hitze-Detektive“, „Wasserforscher“ oder „Schatten-Entdecker“ spielerisch an die Themen Klima und Gesundheit herangeführt. „Durch alltagsintegrierte, altersgerechte und pädagogische Angebote sollen ihre klima- und gesundheitsbezogenen Kompetenzen gestärkt werden. So lernen sie, klimabedingte Belastungen sicher zu bewältigen“, beschreibt Jasmin Hüttl, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Willy Robert Pitzer-Institut.

Gleichzeitig richtet sich KLIMA-kids an pädagogische Fachkräfte und Kita-Teams. In Workshops, Coachings und einer begleitenden Konzeptentwicklung erarbeiten sie passende Klima- und Gesundheitskonzepte für ihre jeweilige Einrichtung. Bauliche Anpassungen sind kein Bestandteil des Projekts.

Ein zentrales Merkmal ist der partizipative und praxisnahe Ansatz des Projekts, betont das Projektteam unter Leitung von Prof. Dr. Susanne Hanefeld, Direktorin des Willy Robert Pitzer-Instituts: Auch Eltern und Erziehungsberechtige werden eingebunden.

KLIMA-kids gliedert sich in zwei Phasen: Während der ersten Projektphase begleitet das Team zwei bis drei Kindertageseinrichtungen im Landkreis Gießen. Gemeinsam mit den Kita-Teams entwickeln sie alltagstaugliche klima- und gesundheitsbezogene pädagogische Konzepte. In der zweiten Phase werden die gewonnenen Erkenntnisse genutzt, um das Konzept auf weitere Kitas zu übertragen und im Rahmen der kommunalen Strategie „Gemeinsam Gesundheit gestalten“ der Stadt und des Landkreises Gießen dauerhaft zu etablieren.

„Das im Rahmen unserer Kooperationsvereinbarung auf den Weg gebrachte Vorhaben Klima-Kids erfüllt aus unserer Sicht die wesentlichen Faktoren für ein gelingendes Vorgehen, wie beispielsweise die Schulung von Fachkräften in Kitas“, betonten Dr. Sophie Ruhrmann, Amtsleiterin Gesundheitsamt, und Rolf Reul, Sachgebietsleiter Gesundheitsplanung, des Landkreises. „Die Anpassung an Klimaveränderungen und wie wir insbesondere im Zusammenhang mit der Gesundheit von Kindern damit umgehen, ist ein wesentlicher Baustein in unserer Gesundheitsstrategie. Wir freuen uns daher, dass wir mit der Kindertagesbetreuung und Fachaufsicht Kita beim Jugendamt des Landkreises einen weiteren wichtigen Projektpartner gewinnen konnten.“ Dieser Aussage pflichtet Frank Ide als Gesundheitsdezernent und auch Kinder- und Jugenddezernent bei.

Claudia Ackermann, Leiterin des Verbands der Ersatzkassen e. V. (vdek), erklärt stellvertretend für die Geschäftsführung der ARGE GKV-Bündnis für Gesundheit und die gesetzlichen Krankenkassen in Hessen: „Kinder leiden besonders unter Belastungen wie Hitze oder extremen Wetterlagen, die sie weniger gut als Erwachsene ausgleichen können. Deshalb ist es wichtig, ihre Gesundheitskompetenz früh zu stärken und Fachkräfte sowie Familien gezielt zu unterstützen. Das Projekt ‚KLIMA-kids‘ zeigt, wie Klimaanpassung und Gesundheitsförderung im Kita-Alltag zusammenwirken können und wie Kinder dadurch sicherer und selbstbewusster werden. Aus diesem Grund fördern die gesetzlichen Krankenkassen in Hessen und die ARGE GKV-Bündnis für Gesundheit das Vorhaben für drei Jahre.“

Die Gesamtkoordination des Projekts liegt beim Willy Robert Pitzer-Institut, das auch die Qualifizierung, Forschung, Materialentwicklung und Evaluation verantwortet. „Mit KLIMA-kids schaffen wir eine wissenschaftlich fundierte Grundlage, um Klimaanpassung und Gesundheitsförderung dauerhaft in den Strukturen der Kindertagesbetreuung zu verankern. Unser Ziel ist es, praxiserprobte Konzepte zu entwickeln, die über einzelne Einrichtungen hinauswirken und langfristig zur gesundheitlichen Chancengerechtigkeit von Kindern in der Region beitragen“, fasst Prof. Dr. Susanne Hanefeld zusammen.

Das Willy Robert Pitzer-Institut und das Gesundheitsamt des Landkreises Gießen haben eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet, um ihre Zusammenarbeit in der Gesundheitsplanung zu vertiefen und gemeinsam die Gesundheitsstrategie „Gemeinsam Gesundheit gestalten“ des Landkreises umzusetzen. Durch die Verzahnung von wissenschaftlichen Perspektiven und Erkenntnissen mit praktischen Maßnahmen profitiert letztendlich die Bevölkerung.


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