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BMFTR-Förderung für JLU Projekt zur Nierengesundheit
Landtour MENSCH.MEDIZIN bringt medizinische Forschung in den ländlichen Raum – Kooperation von Forscherinnen der JLU und der Universität Regensburg
Wie sieht die Medizin der Zukunft aus – und was bedeutet sie für Menschen außerhalb großer Städte? Mit der Kampagne „Landtour MENSCH.MEDIZIN: Gemeinsam die Zukunft gestalten“ bringen zwei Wissenschaftlerinnen der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) und der Universität Regensburg aktuelle medizinische Forschung gezielt in ländliche Regionen.
Im Fokus der Landtour: die Niere – ein oft unterschätztes Organ, das jedoch für unsere Gesundheit unverzichtbar ist. Nierenkrankheiten zählen zu den häufigsten Ursachen für Krankenhausaufenthalte und erhöhen das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen signifikant.
Die Kampagne wird im Rahmen des Wissenschaftsjahrs 2026 zum Thema „Medizin der Zukunft“ von April bis Dezember 2026 mit rund 55.000 Euro vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) gefördert.
Rund 1.500 Liter Blut – etwa zehn Badewannen voll – strömen täglich durch unsere Nieren. „Die Nieren sind aber nicht nur Filter. Sie steuern auch den Blutdruck, produzieren Hormone für die Blutbildung und halten unsere Knochen stark“, betont die Genetikerin und Humanbiologin Dr. Antje Richter, vom Institut für Genetik der JLU, die das Projekt gemeinsam mit Prof. Dr. Silke Härteis von der Universität Regensburg leitet. „Deshalb lohnt es sich, sie zu schützen – mit viel Wasser, aber auch mit weniger Salz, Zucker und Alkohol und ausreichend Bewegung.“
Kunst am Gartenzaun und Medizin im Wirtshaus
Mit verschiedenen Formaten möchten die Wissenschaftlerinnen bei der Landtour das Wissen über Nierengesundheit stärken: In der ersten Phase macht „Kunst am Gartenzaun“ das Thema im öffentlichen Raum sichtbar. Darauf aufbauend laden Veranstaltungen unter dem Motto „Red ma drüber – Medizin im Wirtshaus“ dazu ein, in verschiedenen Orten im ländlichen Hessen und in Bayern mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern über aktuelle Entwicklungen in der Medizin ins Gespräch zu kommen. Interaktive Science-Boxen mit 3D-Modellen und Experimenten ermöglichen dabei eine anschauliche Vermittlung komplexer medizinischer Inhalte.
Früherkennung von Nierenerkrankungen
Bei der Landtour zur Nierengesundheit werden die Forschenden praxisnah die Bedeutung der Früherkennung von Nierenerkrankungen, den Einfluss von Lebensstil und Risikofaktoren wie Bluthochdruck oder Diabetes, sowie Warnsignale für Nierenprobleme vermitteln. Sie geben praktische Alltagstipps und Hinweise zu lokalen Vorsorgeangeboten. Außerdem berichten sie aus ihrer genetischen und epigenetischen Forschung zu Zystennieren und Nierentransplantationen und zeigen damit die Idee der personalisierten Medizin der Zukunft auf. Die Landtour wird an mehreren Standorten in ländlichen Regionen in Hessen und Bayern stattfinden. In Hessen startet sie am 5. Juni 2026 mit dem Format „Red ma drüber – Medizin im Wirtshaus“ in Berghausen (Aßlar).
Schulung von Lehramtsstudierenden
Der Train-the-Trainer-Ansatz rundet das Projekt ab. Lehramtsstudierende der JLU und der Universität Regensburg sollen gezielt geschult und als Multiplikatorinnen und Multiplikatoren eingebunden werden. Geplant ist, dass sie die Science-Boxen im Unterricht nutzen und so medizinisches Wissen in Schulen und Bildungseinrichtungen weitertragen.
Begleitet wird die Landtour durch eine digitale Kampagne mit Webseite, Kurzvideos und virtuellen Gesprächsformaten, die die Inhalte dauerhaft zugänglich macht. Durch die Kombination von persönlicher Begegnung – oft in den ländlichen Heimatorten der Forschenden – und digitaler Reichweite soll zudem ein nachhaltiger Wissenstransfer sichergestellt werden.
Weitere Informationen
Landtour.org
Kontakt
Justus-Liebig-Universität Gießen
Dr. Antje M. Richter
Institut für Genetik
E-Mail: antje.m.richter@gen.bio.uni-giessen.de