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Künstliche Intelligenz als Forschungsfeld der Medienwissenschaft an der UMR
Medienwissenschaftlerinnen untersuchen die ästhetischen, kulturellen und gesellschaftlichen Dimensionen generativer KI

KI-generierten Modebildern der Ausstellung „New Realities“. Bildnachweis:„Code Couture“ von Alina Gutschalk und Emilia Harmening/KI generiert.
Wie verändern generative KI-Systeme wie ChatGPT, DALL-E oder Midjourney die Produktion und Wahrnehmung von Bildern, Texten und kulturellen Artefakten? Mit diesen Fragen beschäftigt sich ein Forschungs- und Lehrschwerpunkt am Institut für Medienwissenschaft der Philipps-Universität Marburg. Unter der Verantwortung von Angela Krewani und Kathrin Yacavone werden dort die ästhetischen, medialen und kulturellen Dimensionen generativer KI untersucht. Einen wichtigen Impuls setzte eine interdisziplinäre Ringvorlesung im Sommersemester 2024, in der Wissenschaftler*innen, Künstler*innen und Vertreter aus Kunst- und Museumsinstitutionen über KI und aktuelle Medienumbrüche der Künste diskutierten. „Generative KI verändert die Bedingungen kreativer Produktion und fordert uns heraus, etablierte Vorstellungen von Autorschaft, Kreativität und Bildlichkeit neu zu denken“, sagt Prof. Dr. Angela Krewani.
Von technischen Innovationen zu Umbrüchen in der Medienwelt
Für die Geistes- und Medienwissenschaften eröffnet KI damit ein breites Feld neuer Fragestellungen. Neben technischen Entwicklungen rücken insbesondere kulturelle Praktiken, ästhetische Formen und gesellschaftliche Folgen in den Blick: Wie entstehen KI-generierte Bilder? Welche Rolle spielen Trainingsdaten, Archive und Bildtraditionen? Und wie verändern automatisierte Systeme kreative Arbeit und künstlerische Prozesse? Die Marburger Medienwissenschaft verbindet diese Perspektiven mit der Analyse historischer Medienumbrüche und fragt danach, wie sich technologische Innovationen in kulturelle und visuelle Praktiken einschreiben.
Forschung und Lehre im Dialog mit Praxis und Öffentlichkeit
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Verbindung von Forschung, Lehre und öffentlicher Vermittlung. In Kooperation mit dem Museum für Kommunikation Frankfurt arbeiteten Studierende des Masterstudiengangs ‚Medien und kulturelle Praxis: Geschichte, Ästhetik, Theorie‘ etwa zur Ausstellung „New Realities“ an Fragen zu KI-generierten Modebildern und entwickelten eigene Beiträge für Ausstellung und Katalog. Auch in den kommenden Semestern wird das Thema weiter vertieft: Im Sommersemester beschäftigt sich ein Masterseminar von Angela Krewani unter dem Titel „Mechanical Turks: Arbeitsbedingungen digitaler Medien“ mit den oft unsichtbaren Arbeitsformen hinter digitalen Plattformen. Zudem diskutieren Studierende mit dem Medienwissenschaftler und Kurator Antonio Somaini über aktuelle Perspektiven im Bereich künstlerischer KI-Produktion im Kontext der Ausstellung „The World Through AI“ in der Schirn-Kunsthalle Frankfurt.
Nach der Lehrveranstaltung „KI und Ökologie“ im vergangenen Wintersemester setzt Angela Krewani ihre kritische Analyse der gesellschaftlichen und ökologischen Dimensionen von KI im Sommersemester unter dem Titel „KI und Arbeitsbedingungen“ fort. Im Wintersemester folgt ein Seminar von Kathrin Yacavone zu „KI und Stil“, das an ihr Forschungsprojekt „Die Berechenbarkeit des Individuellen: Eine Mediengeschichte des Stils“ anschließt und einen inhaltlichen Akzent für die kommenden Jahre setzt.
Weitere Informationen: Institut für Medienwissenschaft
Ansprechperson:
Philipps-Universität Marburg
Prof. Dr. Angela Krewani
Dr. habil. Kathrin Yacavone
Institut für Medienwissenschaft
E-Mail: krewani@uni-marburg.de