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JLU startet Nachhaltigkeitsinitiative im Rahmen des EUPeace Living Peace Labs
Living Peace Lab: Partizipatives Projekt im Rahmen der Allianz EUPeace bewertet und vernetzt lokale Akteure für mehr Transparenz und soziale Fairness bei Lebensmitteln
Nachhaltige, faire und gesunde Lebensmittelangebote in Gießen sichtbarer und leichter zugänglich zu machen, nachhaltigen Konsum zu fördern und lokale Nachhaltigkeitsinitiativen besser zu vernetzen – dies ist das Ziel des Projekts „Wandelkarte 2.0“. Die Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) startet damit ihr erstes Vorhaben im Rahmen des Living Peace Lab der europäischen Hochschulallianz EUPeace. Das auf ein Jahr angelegte Projekt hat im Februar begonnen. Es zielt darauf ab, den bestehenden Nachhaltigkeitsstadtplan der Fairtrade Town Gießen weiterzuentwickeln und ihn zu einem niedrigschwelligen digitalen Informations- und Beteiligungstool zu machen.
Die Living Peace Labs verstehen sich als kreative Räume, in denen die Universitäten der Allianz gemeinsam mit Zivilgesellschaft, Politik und Wirtschaft an Lösungen für gesellschaftliche Herausforderungen arbeiten. Im Fokus stehen dabei praxisnahe Projekte, die Forschung, Lehre und gesellschaftliches Engagement verbinden, um zu Gerechtigkeit und inklusiven Gesellschaften beizutragen.
Nachhaltigkeit und soziale Fairness im Lebensmittelangebot sichtbar machen
Das Projekt „Wandelkarte 2.0“ knüpft an die bereits existierende „Wandelkarte“ der Stadt Gießen an, die 2020 von der Steuerungsgruppe Fairtrade Town Gießen erarbeitet und herausgegeben wurde. Darin sind über 90 Orte mit fairen, regionalen und nachhaltigen Angeboten, Tausch- und Reparaturmöglichkeiten sowie plastikfreie Alternativen verzeichnet. Es wird geleitet von Dr. Eleonore Heil, Leiterin der AG Ernährungsökologie an der JLU. Zum Leitungsteam gehören außerdem Prof. Dr. Christian Herzig, Professor für Betriebslehre der Ernährungswirtschaft und des Agribusiness an der JLU, Dr. Laura Luber vom Büro für Nachhaltigkeit der JLU sowie Dr. Irina Solovieva, Zentrum für Nachhaltige Ernährungssysteme (ZNE) der JLU.
Wissenschaftliche Expertise zu Nachhaltigkeit und Ernährungswissenschaften von Mitgliedern der JLU wird dabei direkt mit den konkreten Herausforderungen aus der Praxis verknüpft. In enger Zusammenarbeit mit der Steuerungsgruppe der Fairtrade Town Gießen erarbeiten Studierende einen wissenschaftlich fundierten Kriterienkatalog. Dieser Katalog soll Lebensmittelangebote von Geschäften, regionaler Anbieter oder Gastronomien systematisch nach Kriterien der Nachhaltigkeit, der sozialen Fairness sowie gesundheitlichen Aspekten bewerten.
Gemeinsam gestalten: Der Living-Lab-Ansatz
Zentral für das Projekt ist der partizipative Ansatz des Living Labs: Die Entwicklung des Tools erfolgt nicht als einseitiger Wissenstransfer, sondern als gemeinsamer Lern- und Gestaltungsprozess. Zusammen mit lokalen Geschäften, Initiativen sowie Verbraucherinnen und Verbrauchern wird das digitale Tool in der Praxis getestet und verbessert, um seine Alltagstauglichkeit zu gewährleisten. Die Steuerungsgruppe Fairtrade Town Gießen möchte nach erfolgreicher Durchführung den neu erarbeiteten Kriterienkatalog und die daraus gewonnen Erkenntnisse auf weitere Produktgruppen anwenden und somit Stück für Stück den bestehende Nachhaltigkeitsplan überarbeiten.
EUPeace – die europäische Hochschulallianz für Frieden, Gerechtigkeit und inklusive Gesellschaften
EUPeace besteht aus neun Institutionen in sieben über Europa verteilten Ländern. Die Mission der Hochschulallianz ist es, Menschen Fähigkeiten, Wissen und Erfahrung zu vermitteln, um Frieden, Gerechtigkeit und inklusive Gesellschaften zu gestalten. Die Hochschulallianz umfasst alle Wissenschaften und Fachgebiete, von den Geistes- und Sozialwissenschaften über die Natur- und Lebenswissenschaften bis hin zum Ingenieurwesen, und basiert auf drei Hauptzielen: EUPeace als gelebter Bestandteil des Lehrplans und Rahmen für studentische Erfahrungen zur Förderung von Frieden, Gerechtigkeit und inklusiven Gesellschaften; EUPeace als Raum für interdisziplinäre internationale Forschung mit starker gesellschaftlicher Wirkung; EUPeace als dauerhafter gemeinsamer Weg für die Partnerinstitutionen.
Mitgliedsuniversitäten von EUPeace: Philipps-Universität Marburg (Deutschland), Justus-Liebig-Universität Gießen (Deutschland), Université de Limoges (Frankreich), Università della Calabria (Italien), Universidad Pontificia Comillas (Spanien), Západočeská univerzita v Plzni (Tschechien), Sveučilište u Mostaru (Bosnien und Herzegowina), Çukurova Üniversitesi (Türkei), Univerzitet u Sarajevu (Bosnien und Herzegowina).
Die wiederaufgebaute Brücke von Mostar findet sich im Logo von EUPeace wieder und steht sinnbildlich für die Kraft des Dialogs, der Konflikte überwinden kann.
EUPeace ist ko-finanziert durch die Europäische Union.