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Austausch über Wasserstoff und Energiewende an der THM
Baltische Delegation zu Gast an der THM

Im Rahmen der Exportinitiative Energie des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie hat eine Delegation aus Estland, Lettland und Litauen die THM in Gießen besucht. Bildnachweis: THM.
Wasserstoff gilt als vielversprechender Baustein für die Energiewende. Er kann erneuerbare Energie speicherbar machen, lässt sich flexibel einsetzen und kann dabei helfen, Versorgungslücken zu schließen. Vor allem, wenn Sonne und Wind nicht zur Verfügung stehen. Im Rahmen der Exportinitiative Energie des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie besuchte eine Delegation aus Estland, Lettland und Litauen die THM in Gießen.
Ziel der Reise war es, den Aufbau von Wasserstoffkonzepten in den baltischen Staaten zu unterstützen und den internationalen Austausch im Energiesektor zu stärken. Im Mittelpunkt des Besuchs an der THM standen die Vorträge von Prof. Dr.-Ing. Sven Pohl und Falco Krell am Gebäude K10 im Gießener Flexquartier, die Einblicke in aktuelle Forschungsprojekte am Kompetenzzentrum für Energietechnik und Energiemanagement (etem.THM) gaben.
Prof. Pohl stellte den HyFuel-Campus Mittelhessen vor: ein Reallabor, in dem die Speicherung von Energie mithilfe von Wasserstoff unter realen Bedingungen erforscht wird. Im K10 in der Georg-Elser-Straße, in dem auch der Hochtemperaturspeicher der THM untergebracht ist, wird die gesamte Prozesskette abgebildet: von der Wasseraufbereitung über die Wasserstoffproduktion mittels Elektrolyse bis hin zur Speicherung in Hochdrucksystemen. Später wird dieser zum Beispiel in Brennstoffzellen in Strom umgewandelt oder als Kraftstoff über eine eigene Wasserstofftankstelle genutzt.
Neben der technischen Umsetzung betonte Prof. Pohl auch die Bedeutung des internationalen Austauschs. Dieser sei wichtig, um Wissen zu teilen, Innovationen voranzutreiben und gemeinsam Lösungen für die Energiewende zu entwickeln: „Es ist wichtig, Brücken zu bauen“, sagte er.
Falco Krell stellte das zukunftsweisende Projekt „FlexQuartier“ vor – ein energieeffizientes und intelligent steuerbares Stadtquartier in Gießen. Auf einer Fläche von rund 7,5 Hektar entsteht ein vernetztes Energiesystem, das verschiedene Speichertechnologien kombiniert – als Herzstück der Hochtemperaturspeicher, zudem ein Batteriespeicher für Strom und ein zentraler Warmwasserspeicher mit angeschlossenen Wärmepumpen. So können Energieüberschüsse, etwa aus Photovoltaik, gespeichert und bei Bedarf wieder bereitgestellt werden. Krell verwies in diesem Zusammenhang auch auf das Potenzial für industrielle Anwendungen: „Alle Unternehmen, die Temperaturen von über 600 Grad benötigen und zukünftig fossile Energieträger vermeiden wollen, könnten den Hochtemperaturspeicher einsetzen.“
Neben den fachlichen Einblicken stand bei einem anschließenden Rundgang durch die Technikhalle der Austausch im Vordergrund.
Forschungsschwerpunkt "Materialien für nachhaltige Energie, Quanten- und Weltraumtechnologien"
Im Schwerpunkt „Materialien für nachhaltige Energie, Quanten- und Weltraumtechnologien“ entwickeln Forschende Grundlagen für Energie-, Informations- und Weltraumtechnologien und erforschen neue Materialien und Prozesse. Dazu gehören nachhaltige Energiematerialien, elektrochemische Speichertechnologien und Quantenmaterialien für Photonik und Optoelektronik. Interdisziplinäre Methoden ermöglichen ein tiefgehendes Verständnis und fördern Innovation, Wissenstransfer und internationale Zusammenarbeit.
Kontakt
Technische Hochschule Mittelhessen - University of Applied Sciences
Pressestelle
E-Mail: pressestelle@thm.de