Zehn Jahre Forschungscampus Mittelhessen: Jubiläumsfeier „From Campus to Core“

Forschungscampus Mittelhessen feiert am 24. September 2026 sein zehnjähriges Bestehen – Blick auf zehn Jahre gemeinsame Forschung, Innovation und hochschulübergreifende Zusammenarbeit

From Campus to Core. Bildnachweis: FCMH.

Der Forschungscampus Mittelhessen (FCMH) feiert sein zehnjähriges Bestehen. Am 24. September 2026 kommen Partnerinnen und Partner, Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter sowie Gäste aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft in der Aula der Justus-Liebig-Universität Gießen zusammen, um unter dem Leitmotiv „From Campus to Core“ zehn Jahre Forschung, Innovation und hochschulübergreifende Zusammenarbeit zu würdigen und den Blick auf die Zukunft zu richten.

Nach der Begrüßung um 18 Uhr richtet sich Staatsminister Timon Gremmels, Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur (HMWK), mit einem Grußwort an die Gäste. Prof. Dr. med. Helge Braun, Präsident der Universität zu Lübeck und Bundesminister a. D., gibt anschließend einen Impuls zur Zukunft wissenschaftlicher Verbünde. Ein Podiumsgespräch unter dem Titel „From Campus to Core: Der Blick nach vorn“ mit der Präsidentin der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) sowie den Präsidenten der Philipps-Universität Marburg (UMR) und der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM) rundet das Programm ab. Durch den Abend führt der Wissenschaftsjournalist Dr. Jan-Martin Wiarda. Den musikalischen Rahmen bieten die Sängerin Tess Wiley und der Pianist Helmut Fischer.

Zehn Jahre hochschulübergreifende Zusammenarbeit

2016 gründeten die Justus-Liebig-Universität Gießen, die Philipps-Universität Marburg und die Technische Hochschule Mittelhessen den Forschungscampus Mittelhessen. Das gemeinsame Ziel: die wissenschaftlichen Stärken der drei Hochschulen zu bündeln, Kooperationen über Hochschul- und Fachgrenzen hinweg auszubauen und Mittelhessen als starke Forschungs- und Innovationsregion zu etablieren.

Eine Besonderheit des FCMH liegt in der Verbindung unterschiedlicher Hochschultypen: Zwei Universitäten und eine Hochschule für angewandte Wissenschaften arbeiten von Anfang an im Verbund eng zusammen. Die Gründung des FCMH knüpfte an bereits bestehende Verbindungen in Forschung und Hochschulentwicklung an, die seitdem in festen Verbundstrukturen gebündelt wurden. Der Wissenschaftsrat hat den Forschungscampus als Best-Practice-Beispiel für regionale Kooperationen wissenschaftlicher Einrichtungen hervorgehoben.

Von der Kooperation zu dauerhaften Strukturen

Die Entwicklung des Forschungscampus ist von Beginn an eng mit dem Land Hessen verbunden. Das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur (HMWK) begleitete und unterstützte insbesondere die Aufbau- und Etablierungsphase von 2016 bis 2020. Bereits beim Gründungsfestakt im November 2016 war der heutige Hessische Ministerpräsident Boris Rhein in seiner damaligen Funktion als Wissenschaftsminister zu Gast.

In den vergangenen zehn Jahren sind zahlreiche hochschulübergreifende Projekte entstanden und dauerhafte Strukturen etabliert worden. Dazu zählen das Promotionszentrum für Ingenieurwissenschaften (PZI), die Forschungsinfrastruktur-Datenbank Mittelhessen FinD Mi sowie StartMiUp, der Innovations- und Startupcampus Mittelhessen. Sie zeigen beispielhaft, wie hochschulübergreifende Zusammenarbeit Kompetenzen bündelt, Ressourcen gemeinsam nutzbar macht und neue Möglichkeiten der Kooperation schafft.

Mit dem Projekt FCMH 2.0 rückten neue Handlungsfelder in den Fokus. Gemeinsam mit den vier regionalen außeruniversitären Forschungspartnern – dem Herder-Institut für historische Ostmitteleuropaforschung in Marburg, dem Max-Planck-Institut für Terrestrische Mikrobiologie in Marburg, dem Max-Planck-Institut für Herz- und Lungenforschung in Bad Nauheim und dem Institutsteil Bioressourcen des Fraunhofer-Instituts für Molekularbiologie und Angewandte Ökologie (Fraunhofer IME-BR) in Gießen – wurden insbesondere die Bereiche Innovation, Infrastruktur und Interaktion gezielt weiterentwickelt und gestärkt.

Über einzelne Projekte und Strukturen hinaus ist eine Kooperationskultur gewachsen, in der hochschul- und einrichtungsübergreifende Zusammenarbeit selbstverständlich geworden ist. Die entstandenen Netzwerke und kurzen Wege schaffen die Grundlage dafür, neue Ideen gemeinsam zu entwickeln und Herausforderungen über institutionelle Grenzen hinweg anzugehen.

Spitzenforschung auf gemeinsamer Basis

Auch in der Spitzenforschung zeigt sich die Stärke der über viele Jahre gewachsenen Zusammenarbeit in Mittelhessen. 2025 waren die Justus-Liebig-Universität Gießen und die Philipps-Universität Marburg mit insgesamt vier Exzellenzclustern in der Exzellenzstrategie von Bund und Ländern erfolgreich: „Cardio-Pulmonary Institute (CPI)“, „Microbes for Climate (M4C)“, „Post Lithium Storage (POLiS)“ und „The Adaptive Mind (TAM)“. Aufbauend auf diesem Erfolg haben sich die beiden Universitäten gemeinsam im Verbund um den Titel „Exzellenzuniversität“ beworben. Der gemeinsame Antrag fußt auf der langjährigen Kooperation und strategischen Vernetzung im Forschungscampus Mittelhessen. Damit wird zugleich sichtbar, welche Bedeutung die über Jahre gewachsenen gemeinsamen Forschungsstrukturen für die internationale Sichtbarkeit und Wettbewerbsfähigkeit der Wissenschaftsregion Mittelhessen haben.

From Campus to Core – der Blick nach vorn

Nach zehn Jahren erfolgreicher Zusammenarbeit richtet der FCMH den Blick auch auf die Zukunft. Das Leitmotiv „From Campus to Core“ beschreibt dabei die Entwicklung von der organisierten hochschulübergreifenden Zusammenarbeit hin zu einem Verbund, in dem Kooperation zunehmend zum selbstverständlichen Kern gemeinsamen Handelns wird. Auf diesem Fundament soll sich der Verbund weiterentwickeln und neue Perspektiven für die Wissenschaftsregion Mittelhessen eröffnen.

Kontakt

Geschäftsstelle des Forschungscampus Mittelhessen
Senckenbergstraße 3
35390 Gießen