Kongress an THM zeigt "Gute Infrastruktur braucht gute Daten"

Dass Digitalisierung in der Infrastruktur nicht bei der Software beginnt, sondern bei verlässlichen, verfügbaren und nutzbaren Daten, ist die Quintessenz des 13. Kongresses „Infrastruktur digital planen und bauen 4.0“ des THM-Fachbereichs Bauwesen. Mehr als 300 Interessierte nahmen am zweitägigen Format in der Kongresshalle und auf digitalen Wegen teil.

Gastgeber Prof. Dr.-Ing. Joaquín Díaz eröffnete den 13. Kongress „Infrastruktur digital planen und bauen 4.0“ in der Gießener Kongresshalle. Bildnachweis: Milton Arias.

Gastgeber Prof. Dr.-Ing. Joaquín Díaz, Dekan des Fachbereichs, hatte die diesjährige Ausgabe unter das Motto „Bessere Daten. Bessere Entscheidungen. Bessere Infrastruktur.“ gestellt. Welche Bedeutung dem Thema und auch dem Kongress in der Branche zugemessen wird, zeigte sich in den hochkarätig besetzten Grußworten: Einen Videogruß sandte Christian Hirte, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr, in die Gießener Kongresshalle, wo etwa 200 Teilnehmende zu Gast waren. Weitere gut 100 verfolgten die Veranstaltung digital und sahen den ersten Veranstaltungstag von Hessen-Mobil-Präsident Heiko Durth eröffnet, den zweiten von Dr. Matthias Jacob vom Hauptverband der Deutschen Bauindustrie.

„Die digitale Transformation der Infrastruktur ist längst in der Praxis angekommen. Entscheidend für ihren Erfolg sind neben neuen Technologien vor allem verlässliche Daten, durchgängige Prozesse und gemeinsame Standards“, sagte Prof Díaz. Von modellgestützten Genehmigungsprozessen über Künstliche Intelligenz und Building Information Modeling bis hin zu Digitalen Zwillingen und agentischen Workflows waren die Erhebung und Nutzung von Daten entsprechend Querschnittsthemen der Vorträge und Diskussionen. Bereits der Impulsvortrag von DB InfraGO stellte „Datenqualität als unterschätzte Grundlage moderner Infrastruktur“ heraus. In der Podiumsdiskussion wurde das Thema vertieft: Präzise Daten sind entscheidend für Qualität, Kreislaufwirtschaft und Life Cycle Management.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf Digitalen Zwillingen – vom digitalen Abbild von Bahnhöfen über die Verortung von Brückenbefunden im 3D-Modell bis hin zu Digitalen Zwillingen als Grundlage datengetriebener Infrastrukturentscheidungen. KI wurde nicht nur als Zukunftstechnologie diskutiert, sondern anhand konkreter Anwendungen als unterstützendes Arbeitswerkzeug gezeigt: etwa beim KI-gestützten Einwendungsmanagement, bei Geospatial AI für resiliente Infrastruktur und bei agentischer KI für autonome Workflows in der Infrastrukturplanung.

Auch die Ergebnisqualität solch konkreter Anwendungsbeispiele hängt, so wurde deutlich, von der Qualität und Vergleichbarkeit der zugrundeliegenden Daten ab – ein Mehrwert entsteht, wenn Menschen, Prozesse, Technologien und Organisationen zusammenspielen: Digitale Infrastruktur brauche gemeinsame Standards und durchgängige Datenflüsse, denn Digitalisierung entfalte ihren Nutzen vor allem dort, wo sie Zusammenarbeit über Organisations- und Projektgrenzen hinweg ermöglicht. „Aus besseren Daten werden bessere Entscheidungen – und aus besseren Entscheidungen eine leistungsfähigere, resilientere und zukunftsfähige Infrastruktur“, fasste Díaz zusammen.

Die Premium Partner Autodesk, RIB und Esri Deutschland verbanden Fachvorträge mit konkreten Demonstrationen und zeigten damit, wie digitale Anwendungen bereits heute in Planung, Ausschreibung, Geodatenmanagement und Infrastrukturprojekten eingesetzt werden. Zwischen den Vorträgen entstand Raum für intensive Gespräche zwischen Wissenschaft, öffentlicher Hand, Infrastrukturbetreibern, Planungs- und Bauwirtschaft sowie Technologieunternehmen.


Kontakt

Technische Hochschule Mittelhessen - University of Applied Sciences
Prof. Dr.-Ing. Joaquín Díaz
Bauwesen

E-Mail: Joaquin.Diaz@bau.thm.de