Professorin Susanne Herold (JLU/UKGM) verstärkt Sprecherteam der Nationalen Immunitätsplattform COVIM

Die Gießener Infektionsforscherin ist Teil des neuen Sprecherteams der vom Bund mit 15,1 Millionen Euro geförderten Forschungsinfrastruktur zur standardisierten Erfassung und Charakterisierung von Immunität.

Prof. Dr. Susanne Herold. Bildnachweis: JLU/Rolf K. Wegst.

Die Immunitätsplattform COVIM (COllaboratiVe IMmunity Platform of the NUM), gemeinsam aufgesetzt und koordiniert von der Virologie der Uniklinik Köln und der Infektiologie der Charité, erhält als neue bundesweite Infrastruktur eine Millionenförderung vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt. Im Rahmen des Vorhabens „NUM Infrastrukturmaßnahmen“ stehen für Aufbau und Weiterentwicklung eine Fördersumme von 10,3 Millionen Euro plus weitere 4,8 Millionen Euro zur Verfügung. Mit der COVIM-Infrastruktur soll erstmals eine standardisierte und skalierbare Durchführung neuer und innovativer Analysen zur Erfassung und Charakterisierung von Immunität ermöglicht werden.

Immunologische Mechanismen und ihre gezielte Nutzung sind für zahlreiche Bereiche der modernen Medizin von zentraler Bedeutung. Dies gilt für die Infektionsmedizin ebenso wie für die Transplantationsmedizin, Onkologie, Neurologie und viele weitere medizinische Fachgebiete. Ein umfassendes Verständnis von Immunantworten sowie deren zuverlässige und standardisierte Erfassung bilden eine wesentliche Grundlage für die Prävention, Diagnostik und Therapie zahlreicher Erkrankungen.

Die standardisierte Bestimmung spezifischer Immunantworten ist bislang jedoch nur für ausgewählte humorale und zelluläre Analysen etabliert. Für die Erfassung komplexer Immunantworten fehlen vielfach validierte und skalierbare Verfahren. Standardisierte Messverfahren sind daher entscheidend, um innovative Therapieansätze zu evaluieren, Ergebnisse zwischen Standorten und Studien vergleichbar zu machen und die translationale Leistungsfähigkeit der Universitätsmedizin nachhaltig zu stärken.

Diesen Bedarf adressiert COVIM durch die Bereitstellung hochwertiger und standardisierter immunologischer Messverfahren an perspektivisch bis zu 25 Standorten in Deutschland und schafft damit eine zentrale Grundlage für innovative klinische Forschung.

Ursprünglich wurde COVIM 2020 von Univ.-Prof. Dr. Florian Klein, Uniklinik Köln, und Univ.-Prof. Dr. Leif Erik Sander, Charité – Universitätsmedizin Berlin, als Kooperationsprojekt zwischen der Charité und der Uniklinik Köln initiiert und an diesen Standorten koordiniert. In der neuen Förderperiode ergänzen zudem Prof. Dr. Dr. Susanne Herold vom Universitätsklinikum Gießen und Prof. Dr. Maike Hofmann vom Universitätsklinikum Freiburg das Sprecherteam des COVIM-Netzwerks.

Bereits in den ersten zwei Förderphasen konnte COVIM entscheidende Beiträge zur Immunität in über 100 Fachartikeln leisten, die mehrfach als Grundlage für nationale Empfehlungen herangezogen wurden.

 

Netzwerk Universitätsmedizin (NUM)

Das Netzwerk Universitätsmedizin (NUM) wurde im April 2020 gegründet, um die klinische COVID-19-Forschung der gesamten Universitätsmedizin zu koordinieren. Seither arbeiten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aller 37 deutschen Standorte der Universitätsmedizin unter dem Dach des NUM auf gemeinsamen Plattformen in interdisziplinären Forschungsprojekten zusammen. Die Forschungsprojekte des NUM sind kliniknah und streben nach unmittelbar praxisrelevanten Erkenntnissen, um Patientinnen und Patienten besser zu versorgen oder große Krisen im Bereich der Öffentlichen Gesundheit besser zu managen. Dafür hat das Netzwerk spezialisierte Forschungsinfrastrukturen aufgebaut. Diese methodischen, technischen und organisatorischen Plattformen werden im NUM vorgehalten und können für verschiedenste klinische Forschungsprojekte genutzt werden, beispielsweise um die Datenerfassung und das Daten- und Bioproben-Management für große, multizentrische klinische Studien zu unterstützen. Das NUM wird durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt gefördert und an der Charité – Universitätsmedizin Berlin koordiniert.


Kontakt

Universitätsklinikum Gießen und Marburg (UKGM), Standort Gießen
Prof. Dr. Susanne Herold, PhD
Professur für Innere Medizin, Infektiologie und experimentell Pneumologie

E-Mail: Susanne.Herold@innere.med.uni-giessen.de
und Projektkoordination-Herold@innere.med.uni-giessen.de