Prof. Klar (JLU) bringt Fachwelt für elektrische Raumfahrtantriebe in Gießen zusammen

Der Gießener Physiker hat die erste German Electric Propulsion Conference initiiert, die rund 50 Fachleute aus Wissenschaft, Raumfahrtagenturen und Industrie zum Austausch über die Zukunft elektrischer Antriebe zusammenführt.

Elektrische Antriebe haben sich zu einer Schlüsseltechnologie der modernen Raumfahrt entwickelt. Sie werden zur Lage- und Bahnregelung kommerzieller Satelliten, in großen Satellitenkonstellationen im erdnahen Orbit sowie bei interplanetaren Missionen eingesetzt.

Vom 22. bis 24. September 2026 treffen sich an der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) rund 50 Fachleute aus Wissenschaft, Raumfahrtagenturen und Industrie zur ersten German Electric Propulsion Conference (GEPC). Im Mittelpunkt der Tagung stehen aktuelle Entwicklungen auf dem Gebiet elektrischer Raumfahrtantriebe.

Deutschland verfügt auf diesem Gebiet über eine lange Forschungstradition und umfassende Kompetenzen, die sich auf Universitäten, Forschungsinstitute, Raumfahrtagenturen und Industrieunternehmen verteilen. Bislang fehlte jedoch ein regelmäßiges nationales Forum, das diese Akteure zusammenführt.

„Mit der GEPC wollen wir eine Plattform schaffen, auf der sich die deutsche Fachgemeinschaft über neue Entwicklungen austauschen, gemeinsame Fragestellungen diskutieren und Kooperationen anstoßen kann“, sagt Prof. Dr. Peter J. Klar vom I. Physikalischen Institut der JLU, der die Konferenz initiiert hat. „Wir hoffen, dass sich die GEPC als regelmäßiges Format etabliert und künftig etwa alle zwei bis drei Jahre in Deutschland stattfindet.“ Dr. Kristof Holste, der die Konferenz mitentwickelt und organisiert hat, betont: „Gießen ist dafür ein besonders geeigneter Ort: Die Forschung an elektrischen Raumfahrtantrieben und insbesondere an Radiofrequenz-Ionentriebwerken hat hier eine mehr als sechs Jahrzehnte lange Tradition.“

Das dreitägige Programm umfasst mehr als 30 Fachvorträge aus Wissenschaft und Industrie sowie sechs Hauptvorträge. Die Themen reichen von Plasmadiagnostik und numerischer Simulation über atmosphärenatmende Antriebe und Iod als Treibstoff bis hin zu lichtbogenbasierten Antrieben, Gitterionentriebwerken, Leistungselektronik und europäischen Hochleistungsprojekten.

Die Hauptvorträge halten Dr. Arianit Preci von der Deutschen Raumfahrtagentur im DLR, Prof. Dr. Jochen Schein von der Universität der Bundeswehr München, Dr. Tommaso Misuri von der ArianeGroup GmbH, Markus Peukert von der OHB System AG, Dr. Daniel Spemann vom Leibniz-Institut für Oberflächenmodifizierung in Leipzig und Prof. Dr. Georg Herdrich vom Institut für Raumfahrtsysteme der Universität Stuttgart.

Ausgerichtet wird die GEPC 2026 von der Arbeitsgruppe Ionentriebwerke des I. Physikalischen Instituts der JLU unter der Leitung von Prof. Dr. Peter J. Klar. Tagungsort ist das Hauptgebäude der JLU (Ludwigstraße 23, Gießen).


Forschungsschwerpunkt "Materialien für nachhaltige Energie, Quanten- und Weltraumtechnologien"

Im Schwerpunkt „Materialien für nachhaltige Energie, Quanten- und Weltraumtechnologien“ entwickeln Forschende Grundlagen für Energie-, Informations- und Weltraumtechnologien und erforschen neue Materialien und Prozesse. Dazu gehören nachhaltige Energiematerialien, elektrochemische Speichertechnologien und Quantenmaterialien für Photonik und Optoelektronik. Interdisziplinäre Methoden ermöglichen ein tiefgehendes Verständnis und fördern Innovation, Wissenstransfer und internationale Zusammenarbeit.


Kontakt

Justus-Liebig-Universität Gießen
Prof. Dr. Peter J. Klar
I. Physikalischen Institut

E-Mail: peter.j.klar@physik.uni-giessen.de