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Thannhauser-Medaille für JLU-Virologe Prof. Wolfram Gerlich
Gießener Virologe erhält Auszeichnung der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten für Verdienste um die Hepatitis-B-Forschung

Prof. Wolfram Gerlich erhält die Thannhauser-Medaille der DGVS von Kongresspräsidentin Prof. Elke Roeb. Bildnachweis: Steffen Runke – Die Bildermanufaktur.
Der emeritierte Gießener Virologe Prof. Dr. Dr. h.c. Wolfram H. Gerlich ist mit der renommierten Thannhauser-Medaille der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) geehrt worden. Mit der Auszeichnung würdigt die DGVS sein wissenschaftliches Lebenswerk und seine herausragenden Verdienste um die Erforschung des Hepatitis-B-Virus. Die Medaille wurde während des Kongresses Viszeralmedizin 2026 im September in Hamburg übergeben. Der größte deutschsprachige Kongress für Gastroenterologie, Viszeralchirurgie und Endoskopie wurde von Prof. Dr. Elke Roeb, Professur für Gastroenterologie an der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU), als Kongresspräsidentin geleitet.
Prof. Gerlich hat sich seit Beginn seiner wissenschaftlichen Laufbahn der Hepatitis-B-Forschung gewidmet. Seine Arbeiten haben das Verständnis der Biologie, Diagnostik, Prävention und Übertragung des Hepatitis-B-Virus entscheidend geprägt. So leistete er wichtige Beiträge zum Verständnis der Virusstruktur und des Eintritts des Virus in Leberzellen. Zu den herausragenden Leistungen seines wissenschaftlichen Lebenswerks gehört zudem die gemeinsam mit William Robinson gemachte Entdeckung eines an ein Ende der viralen DNA gebundenen Proteins. Diese Arbeit trug wesentlich zum Verständnis der besonderen Replikationsmechanismen der Hepadnaviren bei und wurde zu einer grundlegenden Erkenntnis der modernen Virologie. Er war zudem maßgeblich an der Entwicklung und Erprobung von Hepatitis-B-Impfstoffen beteiligt und arbeitete über Jahrzehnte an Fragen der Diagnostik und der Sicherheit von Blutprodukten. Seine Untersuchungen zur Nukleinsäuretestung von Blutspenden trugen dazu bei, die Sicherheit der Transfusionsmedizin deutlich zu erhöhen.
„Mit Prof. Wolfram Gerlich zeichnet die DGVS einen Wissenschaftler aus, dessen Arbeit beispielhaft dafür steht, wie aus grundlegender virologischer Forschung konkrete Fortschritte für Prävention, Diagnostik und Patientensicherheit entstehen können“, so Prof. Roeb. Mehr als fünf Jahrzehnte lang habe Prof. Gerlich die Hepatitis-B-Forschung geprägt und damit die moderne Hepatologie nachhaltig beeinflusst.
Der Kongress stand unter dem Leitmotiv „Prävention, Translation, Perspektiven“. Ein besonderes Anliegen der Gießener Kongresspräsidentin war es, die Vielfalt und wissenschaftliche Dynamik der Gastroenterologie sichtbar zu machen und den interdisziplinären Austausch mit der Viszeralchirurgie und Endoskopie zu stärken. Zu den Schwerpunkten der diesjährigen Tagung gehörten die Prävention von Krebs, metabolisch bedingte Lebererkrankungen und Adipositas, Biomarker und personalisierte Therapien sowie die zunehmende Bedeutung Künstlicher Intelligenz in der Gastroenterologie. Ein besonderes Augenmerk lag zudem auf der nächsten Generation von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern. Mit Formaten wie dem NEXT GEN Day und zahlreichen Workshops wurde der viszeralmedizinische Nachwuchs gezielt angesprochen.
Kontakt
Justus-Liebig-Universität Gießen
Prof. Dr. Elke Roeb
Professur für Gastroenterologie