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JLU-Teams gewinnen „Hessen Ideen“: Herzdiagnostik und KI-Materialforschung ausgezeichnet
„Hemodynamix“ holt den ersten Platz, während „PRISM“ den erstmals vergebenen KI-Sonderpreis erhält – beide Teams entwickeln Forschungslösungen mit Anwendungspotenzial für Medizin, Energie und Raumfahrt.

Bild oben links: Das Team von „Prism“ bei der Preisverleihung mit Wissenschaftsminister Timon Gremmels (2.v.l.) und Prof. Dr. Rita Borromeo Ferri, Vizepräsidentin der Universität Kassel & Bild unten rechts: Das Team von „Hemodynamix“ bei der Preisverleihung mit Wissenschaftsminister Timon Gremmels (2.v.r.) und Prof. Dr. Rita Borromeo Ferri, Vizepräsidentin der Universität Kassel (r.). Bildnachweis: Hessen Ideen / Mario Andreya (bearbeitet).
Beleg für den Gründungs- und Innovationsgeist an der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU): Beim landesweiten Wettbewerb „Hessen Ideen“ gingen gleich zwei renommierte Auszeichnungen an Teams der JLU. Den mit 10.000 Euro dotierten ersten Preis sicherte sich das Projekt „Hemodynamix“ für eine wegweisende Software zur Herzfunktionsanalyse. Zudem wurde das JLU-Team „PRISM“ mit dem erstmals verliehenen und mit 5.000 Euro dotierten KI-Sonderpreis (in Kooperation mit hessian.AI) für die KI-gestützte Entdeckung neuartiger Hochleistungswerkstoffe ausgezeichnet. Die Preise wurden am Donnerstagabend im Museum für Kommunikation in Frankfurt durch Hessens Wissenschaftsminister Timon Gremmels überreicht.
JLU-Präsidentin Prof. Dr. Katharina Lorenz freute sich sehr über das hervorragende Abschneiden: „Ich gratuliere unseren beiden Gründungsteams von ganzem Herzen zu diesem schönen Erfolg. Ob es um eine präzisere und schonendere Diagnostik für Herzpatientinnen und -patienten geht oder um zukunftsweisende Werkstoffe für die Energiewende und Raumfahrt: ‚Hemodynamix‘ und ‚PRISM‘ stehen exemplarisch dafür, wie gelebter Wissenstransfer Brücken zwischen Spitzenforschung und Unternehmertum schlägt. Die JLU ist stolz auf diese Innovationskraft, die wir als Hochschule auch künftig tatkräftig unterstützen werden.“ Beide Teams wurden vom ECM Gründungszentrum der JLU betreut und begleitet.
1. Platz für „Hemodynamix“: Bessere Herzdiagnostik ohne zusätzlichen Eingriff
Das Gründungsteam um Felix Glocker, Dr. Nils Kremer und Prof. Dr. Khodr Tello entwickelte eine Software, die Ärztinnen und Ärzten dabei hilft, die Pumpleistung und Belastung des Herzens wesentlich genauer und zugleich einfacher zu beurteilen. Bislang werden Druckkurven, die bei Routineuntersuchungen im Krankenhaus gemessen werden, nur unvollständig ausgewertet. „Hemodynamix“ setzt an dieser Stelle an: Durch spezielle mathematische Rechenverfahren holt das System entscheidende Zusatzinformationen aus den bestehenden Daten heraus – ohne teure Spezialkatheter und ohne zusätzlichen operativen Eingriff. Die Technologie basiert auf 15 Jahren klinischer Forschung an der JLU und überzeugte die Jury insbesondere durch die Verbindung von fundierter Medizin- und Praxiskompetenz sowie den unmittelbaren Nutzen für die Patientinnen und Patienten.
KI-Sonderpreis für „PRISM“: Schneller zu neuen Hochleistungsmaterialien
Erstmals wurde in diesem Jahr ein KI-Sonderpreis in Kooperation mit dem hessischen Zentrum für Künstliche Intelligenz (hessian.AI) vergeben. Die Auszeichnung ging an Kevin Grüning und Siddhartha Yash Kovid von der JLU für ihr Projekt „PRISM“. Das Team nutzt eigens entwickelte KI-Modelle, um die Suche nach neuen Hochleistungswerkstoffen drastisch zu beschleunigen. Diese Materialien werden dringend für Schlüsselbereiche wie saubere Energietechnologien, Medizin und Raumfahrt benötigt. Die von der KI generierten Werkstoff-Hypothesen sollen künftig in automatisierten Laboren direkt getestet werden. Die Jury lobte die zukunftsweisende Verknüpfung von hessischer Materialforschung und Raumfahrttechnologie.
Über den Wettbewerb „Hessen Ideen“
Der Wettbewerb „Hessen Ideen“ ist die zentrale Initiative des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur (HMWK) zur Förderung unternehmerischer Ideen an den hessischen Hochschulen. In diesem Jahr bewarben sich 32 Teams aus 14 Hochschulen; elf von ihnen schafften es nach einem Gutachter- und Online-Voting-Verfahren ins Finale. Koordiniert wird die Initiative von UniKasselTransfer an der Universität Kassel in Kooperation mit HIGHEST an der TU Darmstadt.