Interaktionsforen

Erfahre und teile, was funktioniert.

Mit der Veranstaltungsreihe der „Interaktionsforen“ fördern wir den hochschulübergreifenden Austausch und schaffen Räume, in denen Erfahrungen geteilt und neue Ideen entwickelt werden. Hier lernst du bewährte Strukturen, Formate und Initiativen kennen und kannst aus Best-Practice-Beispielen Inspiration für deine eigene Arbeit gewinnen.

Die Interaktionsforen richten sich an Wissenschaftsmanagerinnen und Wissenschaftsmanager, Forschungskoordinatorinnen und -koordinatoren, Mitarbeitende der Fachstellen für Medienarbeit und Hochschulkommunikation sowie an Forschende, die ihre Projekte sichtbarer machen und sich stärker vernetzen möchten.

Interaktionsforum Herbst 2024 -- Kick-Off der Interaktionsforum-Reihe

Bildnachweis: Katrina Friese

Mit dem ersten Interaktionsforum haben wir den Grundstein gelegt für einen Austausch zwischen Forschenden, Wissenschaftsmanager*innen, die Forschungsergebnisse und Wissenschaft kommunizieren und Mitarbeitenden der Abteilungen für Pressearbeit und Hochschulkommunikation. Die Interaktionsforen sind eine Austauschplattform mit dem Ziel, Best‑Practices zusammenzuführen, Themen, die Wissenschaftskommunizierende unserer Hochschulen bewegen, zu diskutieren und Ideen zu teilen.

Der Kick-Off war zweigeteilt in einen aktivierenden Input und offene Workshops im World-Café-Format.

Inhalt und Ziel der Inputs:

Überblick über aktuelle Kommunikations‑ und Forschungsmarketing­formate aus den Abteilungen für Presse, Kommunikation, Marketing und Öffentlichkeitsarbeit aller drei FCMH-Hochschulen 

Best‑Practices und Lessons Learned aus exemplarischen hochschulübergreifenden Verbundprojekten sowie zentralen wissenschaftlichen Einrichtungen teilen und dokumentieren:

    • Projekt „Science Meets Media“ (Martin Schäfer, UMR)
    • Copernico (Felix Köther und Dr. Antje Johanning-Radžienė; Herder-Institut für historische Ostmitteleuropaforschung
    • Forschungsinformationssystem (Dr. Christina Zinecker, THM)

Workshops

Workshops im World‑Café‑Format haben zum Ziel, in kleinen, rotierenden Gruppenchats eine lebhafte Diskussion zu schaffen, in der jeder Teilnehmer und jede Teilnehmerin ihre und seine eigenen Best‑Practices zur Wissenschaftskommunikation und zum Forschungsmarketing einbringt und gleichzeitig von den Perspektiven anderer lernt. Ein*e Moderator*in hält die Beiträge fest. So werden gemeinsame Impulse für neue Kommunikations‑ und Marketingformate geschaffen und eine Grundlage für die Umsetzung neuer, praxisnaher Formate oder weiterer Austauschrunden.

Die Themen im Kick-Off waren:

  • Social Media
  • Content-Partnerschaften und Synergien
  • Podcasts

Interaktionsforum Herbst 2025 -- Social Media in der Wissenschaftskommunikation

Wie nutzen Hochschulen Social Media strategisch für ihre Wissenschaftskommunikation? Und wie können Forschende selbst aktiv werden? Diesen Fragen widmete sich das FCMH-Interaktionsforum zum Thema Social Media mit Vertreterinnen und Vertretern aller drei Verbundhochschulen.

Nach Kurzimpulsen zu den Social-Media-Aktivitäten der Hochschulkommunikation, der Content-Partnerschaft mit „Research in Germany" und inspirierenden Praxisbeispielen aus der Wissenschaft, arbeiteten die Teilnehmenden in zwei Workshops an zentralen Herausforderungen: Wie lässt sich die Arbeit an mehreren Plattformen effizient gestalten? Und wie entwickle ich eine stimmige Social-Media-Strategie für mein Projekt oder meine Gruppe?

Was die Impulsgeberinnen und Impulsgeber aus ihrer Arbeit mitnehmen und welche konkreten Tipps sie für andere Forschende haben, fasst dieser Rückblick zusammen:

Bildnachweis: Jessica Reuther

Prof. Dr. Anika Wagner ist Professorin für Ernährung und Immunsystem am Institut für Ernährungswissenschaft der Justus-Liebig-Universität Gießen. Neben ihrer Forschung zu Nahrungsmittelinhaltsstoffen im Hinblick auf gesundheitsfördernde und immunmodulierende Effekte klärt sie auf Instagram als @prof_nutritionista über Mythen und Fakten zur Ernährung auf.

„Meine Motivation für die Wissenschaftskommunikation auf Social Media ist es, ernährungswissenschaftlich fundierten Content zu liefern und damit den vielen Falschinformationen, die dort insbesondere zum Thema Ernährung unterwegs sind, entgegenzutreten. Ich versuche, etwas aus dem „Elfenbeinturm Universität“ nach außen zu tragen und Einblicke in unsere Forschung zu geben. Wenn Menschen darauf basierend Dinge hinterfragen oder auch Neues ausprobieren, ist das für mich erfolgreiche Wissenschaftskommunikation. Mein Tipp für die Wissenschaftskommunikation: Einfach loslegen...“

Bildnachweis: Privat

Prof. Dr. Michael Lierz ist Leiter und geschäftsführender Direktor der Klinik für Vögel, Reptilien, Amphibien und Fische an der Justus-Liebig-Universität Gießen. Auf Instagram ist er als @wildlife_prof aktiv und teilt dort eindrucksvolle Einblicke in seine Arbeit als Tierarzt, Artenschützer und Forscher.

„Zum einen ist es wichtig, dass Forscher und Ihre Ergebnisse auch in der breiten Öffentlichkeit wahrgenommen werden und Desinformation und Glauben mit Fakten entgegenwirken. Zum anderen werden junge Leute, die das Potential zur Wissenschaft haben, so früh und besser erreicht. Für mich ist Wissenschaftskommunikation also erfolgreich, wenn ich junge Leute für mein Fach und die Wissenschaft begeistern kann. Mein Tipp für die Wissenschaftskommunikation: Authentisch sein, nicht irgendwelchen Trends folgen und sich nicht vom Mainstream mitreißen lassen.“

Bildnachweis: Privat

Dr. Axel Langner hat an der Justus-Liebig-Universität Gießen promoviert und ist mittlerweile als Wissenschaftskommunikator tätig. Während seiner Forschungstätigkeit hat er damals nebenbei mit Wissenschaftskommunikation auf Social Media begonnen (Instagram: @wissenschafft.by.axel), um die wissenschaftliche Bildung und das Vertrauen in die Wissenschaft zu stärken.

„Die Relevanz, Wissenschaftskommunikation zu betreiben wird deutlich, wenn wir wissenschaftsskeptische Gruppierungen und Strömungen beobachten, die faktenbasierte Informationen und wissenschaftliche Erkenntnisse infrage stellen. Das führt zu einer Gefährdung unserer gemeinsamen Wissensbasis und zu einer Verschiebung gesellschaftlicher Rationalitäten. Zwar kommunizieren auch politische Parteien, Unternehmen oder Nichtregierungsorganisationen über Wissenschaft. Wir können diesen aber nicht das Feld überlassen, da es zu häufig vorkommt, dass eigene Ziele verfolgt werden und wissenschaftliche Themen popularisiert, instrumentalisiert oder dekontextualisiert werden.“

Interaktionsforum Herbst 2025 -- Wissenschaftskommunikation in Verbundanträgen

Hintergrund für das Thema des Interaktionsforums war diesmal die seit etwa einem Jahrzehnt wachsende Bedeutung der Wissenschaftskommunikation in Anträgen bei unterschiedlichen Fördergebern. Sowohl EU, DFG, BMFTR und DLR bewerten Kommunikationsmaßnahmen bereits zum Teil bei der Begutachtung oder nennen sie explizit als Förderkriterium. Ein überzeugendes Konzept kann damit nicht nur unter Umständen die Chancen auf Projektbewilligung erhöhen, sondern schafft auch Sichtbarkeit und stellt die gesellschaftliche Relevanz der eigenen Forschung heraus. Da dies aber auch eine Herausforderung für antragstellende Forschende bedeutet, deren Kerngeschäft nur selten die strategische Wissenschaftskommunikation ist, luden wir zu Vernetzung und Austausch ein.

Bildnachweis: Robin Schmieder

"Am Ende gewinnt die perfekte Passung, nicht das ausgefallenste Format oder das größte Vorhaben"

Etwa so könnte man die Kernbotschaft des Interaktionsforums zusammenfassen. Dr. Ricarda Matheus, Programmdirektorin in der Gruppe Sonderforschungsbereiche der DFG, gab in einem hybriden Impulsvortrag wertvolle Einblicke in die strategische Verankerung von Wissenschaftskommunikation im Rahmen von Verbundprojekten. Aus Sicht der Fördermittelgeber erläuterte sie die Erwartungen für förderwürdige Wissenschaftskommunikation und relevante Begutachtungskriterien der DFG. Zudem präsentierte sie innovative und erfolgreiche Konzepte im Rahmen von SFB und TRR, sowie Chancen und Herausforderungen der Umsetzung in großen Forschungsverbünden.

Dos and Dont's für die Konzeption von Antragskonzepten im Bereich Wissenschaftskommunikation

Im Anschluss an den Impulsvortrag erarbeiteten die Teilnehmenden aus allen drei FCMH-Hochschulen zentrale Dos and Don'ts für effektive Wissenschaftskommunikation. Diese betonen die Bedeutung von realistischen, gut durchdachten Vorhaben mit klar definierten Zielgruppen und Ressourcen. Eine wichtige Rolle spielt die Einbindung von Expert*Innen aus Bildungsforschung und Fachdidaktik sowie die Zusammenarbeit mit Multiplikator*Innen und Umsetzungspartner*Innen. Besonders hervorgehoben wurden die Notwendigkeit einer professionellen Konzeption, der Mut zu kritischen Diskussionen und die Wichtigkeit eines offenen, vernetzten Austauschs innerhalb der Wissenschaftscommunity.

Bildnachweis: Robin Schmieder

Interaktionsforum Frühjahr 2026 -- Forschung, Netzwerk, Expertise: LinkedIn als strategisches Instrument für Forschende

Das abschließende FCMH-Interaktionsforum am 27. Mai 2026 widmete sich der Frage, wie Forschende und Wissenschaftskommunizierende LinkedIn optimal für ihre Sichtbarkeit und Karriereentwicklung nutzen können. LinkedIn-Trainerin Sanja Ketterer führte die Teilnehmenden der drei Verbundhochschulen mit einem Impulsvortrag in LinkedIn-Essentials ein und beleuchtete dabei nicht nur klassische Wissenschaftskommunikation, sondern vor allem die strategische Nutzung der Plattform für Thought Leadership und Netzwerkaufbau. Das Interaktionsorum zeigte: LinkedIn kann für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ein wertvolles Instrument für Vernetzung, Sichtbarkeit und Karriereentwicklung sein – wenn es strategisch und authentisch genutzt wird

Bildnachweis: Lena Velten

Take-Home Messages des Impulsvortrags

People follow People: Der Erfolg auf LinkedIn hängt vom Zusammenspiel aus aktivem Sichtbarmachen durch Posts, echter Netzwerkinteraktion und einem überzeugenden Profil ab. Authentische, neugierige Interaktion ist dabei entscheidend.

Formate müssen passen: Statt sich an Vorgaben zu orientieren, sollten Forschende Formate entwickeln, die zu ihnen passen – von niedrigschwelligen Einblicken in den Forschungsalltag über interessante Kuriosa bis zur wissenschaftlichen Aufarbeitung von Publikationen ist alles möglich.

Synergie nutzen: Die Zusammenarbeit zwischen persönlichen Profilen und institutionellen Accounts schafft zusätzliche Reichweite und verstärkt die Kommunikationswirkung.

Workshops zu Profiloptimierung, Netzwerken und Formatentwicklung

In der anschließenden Arbeitsphase zur Profiloptimierung, Netzwerken und Formatentwicklung erarbeiteten die Teilnehmenden in Kleingruppen konkrete Lösungsansätze für ihre spezifischen Herausforderungen. Dabei stand der offene Austausch von Best-Practice-Beispielen im Mittelpunkt: Welche Profile funktionieren besonders gut? Wie baue ich sinnvoll ein Netzwerk auf? Welche Content-Formate passen zu meinen Zielen und meiner Arbeitsrealität? Sanja Ketterer unterstützte die Gruppen durch ihre Präsenz vor Ort mit individuellen Tipps und Impulsen. Die Ergebnisse dieser Arbeitsphasen flossen in eine abschließende Diskussion ein, in der zentrale Erkenntnisse gesichert und Handlungspotenziale für die nachhaltige Integration von LinkedIn in die wissenschaftliche Kommunikationspraxis identifiziert wurden.

Bildnachweis: Lena Velten

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