Als Postdoc am FCMH

Lerne zwei unserer Postdocs kennen und erfahre, warum sie sich für den nächsten Karriereschritt in Mittelhessen entschieden haben

Führende Wissenschaftler*innen aus nahezu allen akademischen Fachbereichen, exzellente Forschungsinfrastruktur und maßgeschneiderte institutionelle Unterstützung ziehen Nachwuchswissenschaftler*innen an die Universitäten und Forschungseinrichtungen des Forschungscampus Mittelhessen. Von einem KI-gestützten Chatbot, der Dir beim Einleben in der Region hilft, bis hin zu persönlicher Beratung durch spezialisierte Abteilungen für internationale Nachwuchswissenschaftler*innen – es gibt viele Gründe, hier den nächsten Schritt in Deiner Forschungskarriere zu wagen. Lies die folgenden Interviews mit unseren Post-docs, um mehr über ihre Forschung, ihre Gründe für den Weg nach Mittelhessen und darüber zu erfahren, wie die hier gebotene Unterstützung den Unterschied macht.

Dr. Dimitris Voudouris, Institut für Experimentelle Psychologie, JLU

Dimitris Voudouris ist Postdoktorand und Principal Investigator am Institut für experimentelle Psychologie der Justus-Liebig-Universität Gießen. Erfahre im folgenden Interview mehr über seine Arbeit und sein Leben in Gießen.

Was erforschst du in deiner Postdoc Phase?

Ich interessiere mich umfassend dafür, wie Menschen ihre Sinne – wie Sehen und Tasten – nutzen, um ihre Bewegungen zu steuern und mit der Umwelt zu interagieren. In meiner aktuellen Arbeit untersuche ich, warum diese sensomotorischen Prozesse so stark zwischen Individuen variieren und vor allem, wie sie sich im Laufe des Lebens verändern. Um dies zu untersuchen, führe ich Verhaltensexperimente mit Kindern, jungen Erwachsenen und älteren Menschen durch, bei denen ich beispielsweise Augen-, Kopf- und Ganzkörperbewegungen bei normalen Aufgaben wie Greifen, Festhalten oder dem Aufrechterhalten des Gleichgewichts aufnehme.

Zudem kombiniere ich diese Messungen mit psychophysiologischen Methoden, um zu erfassen, wie sensorische Signale während dieser Aktivitäten wahrgenommen und verarbeitet werden. Mein letztendliches Ziel ist es, die Mechanismen zu identifizieren, die altersbedingte Veränderungen im sensomotorischen Bereich vorantreiben, und die Rolle physiologischer und kognitiver Prozesse bei diesen Bewegungen zu verstehen.

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Bildnachweis: Dimitris Voudouris

Langfristig möchte ich herausfinden, ob bestimmte Bewegungsstrategien dazu beitragen können, die Leistungsfähigkeit zu optimieren – was das motorische Lernen voranbringen, die Rehabilitation unterstützen und ein gesundes Altern fördern könnte.

Was hat dich nach Gießen geführt?

Bildnachweis: Till Schürmann

Ich habe meine Promotion in Amsterdam im Rahmen eines großen europäischen Forschungskonsortiums gemacht, zu dem auch die Justus-Liebig-Universität Gießen gehörte. In dieser Zeit arbeitete ich mit Forscher*innen der experimentellen Psychologie an der JLU zusammen und besuchte Gießen sowie das Schloss Rauischholzhausen. Diese Erfahrungen vermittelten mir einen ersten Eindruck des starken Forschungsumfelds hier.

Die Aussicht, meine Forschungsinteressen und akademischen Fähigkeiten in einem exzellenten Fachbereich mit unterstützendem Umfeld weiterzuentwickeln, war die Hauptmotivation für meinen Wechsel. Gereizt haben mich dabei die Vorzüge einer kompakten Stadt, umgeben von Natur, die Nähe zu einem Metropolenknotenpunkt wie Frankfurt sowie der kleine Schritt weiter in den Süden – meinem Zuhause.

Natürlich brachte der Umzug von einer großen internationalen Stadt wie Amsterdam nach Gießen auch Herausforderungen mit sich, insbesondere in Verwaltungsprozessen und im Alltag. Vor einigen Jahren war die Unterstützung für Nicht-Deutschsprachige noch begrenzt, und sich in der Stadt zurechtzufinden, war teils schwierig. Im Laufe der Zeit habe ich jedoch positive Entwicklungen bemerkt, wie etwa verbesserte Mobilität dank ausgeweiteten Radwegen und Shared-Bike-Angeboten, die das Navigieren in der Stadt deutlich angenehmer machen. Dadurch kann man die grünen Oasen der Stadt, wie den historischen Botanischen Garten und den Alten Friedhof, noch besser schätzen lernen.

Was schätzt du an der Unterstützung für Postdocs an deiner Universität?

Es gibt an der JLU mehrere Unterstützungsangebote für internationale und Nachwuchswissenschaftler*innen, die meinen Weg im FCMH-Umfeld positiv geprägt haben. Informelle Lunch-Treffen, organisiert vom GGL (International Giessen Graduate Centre for the Life Sciences), haben mir geholfen, mein Netzwerk auszubauen, während die Gastvorträge des GGN (Giessen Graduate Center for Natural Sciences and Psychology) meinen Blick für verwandte Forschungsfelder und alternative Karrieremöglichkeiten erweitert haben. Auch das Büro für Chancengleichheit war von unschätzbarem Wert bei der Unterstützung von Forschenden mit Betreuungsaufgaben.

Bildnachweis: Till Schürmann

Als Mitglied des transregionalen Collaborative Research Centers (CRC – Cardinal Mechanisms of Perception) habe ich viel Unterstützung von meinem Mentor und der CRC-Organisation erhalten, um meine Forschungskompetenzen auszubauen und eine gute Work-Life-Balance zu bewahren. Seit 2021 habe ich aktiv zur Gestaltung von Aktivitäten für Nachwuchswissenschaftler*innen beigetragen – von der Initiierung von Erasmus+-Austauschprogrammen über die Organisation von Methodik-Workshops bis hin zur Koordination von Laborbesuchen. All dies stärkt die interdisziplinären Forschungsfähigkeiten und fördert die Zusammenarbeit.

Die Arbeit hier ist inspirierend und macht Freude: Sie hält meine Neugier wach, fördert mein persönliches und fachliches Wachstum in einem lebendigen Umfeld und bietet mir eine gesunde Work-Life-Balance. Das macht meine Arbeit besonders spannend.

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Dr. María Gómez-Serrano, Zentrum für Tumor- und Immunbiologie, UMR

María Gómez-Serrano ist Postdoktorandin am Zentrum für Tumor- und Immunbiologie der Philipps-Universität Marburg. Erfahre im folgenden Interview mehr über ihre Forschung und ihren Weg nach Mittelhessen.

Was erforschst du in deiner Postdoc Phase?

Bildnachweis: Robin Schmieder

Das Fettgewebe orchestriert die metabolische Homöostase des Organismus, und seine Fehlfunktion führt zur Entwicklung mehrerer Begleiterkrankungen, wie Typ-2-Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder oder Krebs. Meine aktuelle Forschung zielt darauf ab, die molekularen Veränderungen zu verstehen, die Fettzellen und andere relevante Immunzellen dieses Gewebes, wie Makrophagen, unter Stressbedingungen – etwa bei Fettleibigkeit oder krebsinduzierter Entzündung – durchlaufen. Das Verständnis darüber, wie Entzündungen den Phänotyp der Fettzellen und ihr daraus abgeleitetes Sekretom beeinflussen, ist der Schlüssel zum Verständnis ihres Zusammenspiels mit Zielzellen.

Die aktuellen Projekte meiner Arbeitsgruppe konzentrieren sich auf die Charakterisierung des krebsspezifischen Fettzell-Phänotyps (CAA) im Tumormikroumfeld und dessen Einfluss auf die Freisetzung löslicher Faktoren (sogenannter Adipokine) sowie extrazellulärer Vesikel (EV). EV sind nanometergroße, von einer Membran umgebene Vesikel, die von nahezu allen Zellen zum Austausch von Signalmolekülen genutzt werden. Wir stellen die Hypothese auf, dass CAA-abgeleitete EVs nicht nur das Tumorwachstum und die Chemoresistenz fördern, sondern auch die anti-tumorale Antwort der Natural-Killer-Zellen immunmodulierend beeinflussen.

Diese Projekte können dank modernster Methoden am Institut für Tumorimmunologie des UMR durchgeführt werden, zu dem auch die EV Innovation, Technology and Characterization (EV-iTEC) Plattform (geleitet von Dr. Christian Preußner) gehört.

Worauf hat sich deine Forschung bisher fokussiert und was hat dich nach Marburg geführt?

Während meiner Promotion habe ich mich auf Proteomik als Hochdurchsatz-Methode zur Aufklärung der biologischen Veränderungen bei komplexen Krankheitsbildern wie Fettleibigkeit gestützt. Dies half mir, meine analytischen Fähigkeiten zu entwickeln und die Bedeutung der Translation unserer Forschung für Patient*innen und die Gesellschaft zu erkennen. Meine Zeit als Junior Postdoc am spanischen Nationalen Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (CNIC-Madrid, Spanien) brachte führte mich zu neuen biologischen Fragestellungen, etwa die Rolle von EV in der Zellkommunikation und ihr Potenzial als Biomarker. Nach zwei Jahren dort wollte ich meine Karriere voranbringen und suchte internationale Möglichkeiten, um eine hypothesengesteuerte Forschung zur Rolle des Fettgewebes bei der Entstehung von Begleiterkrankungen zu vertiefen.

Bei meiner Suche entschied ich mich für Mittelhessen aufgrund der doppelten Karriereoptionen und fand die OVARA-Forschungsallianz an der UMR, in der Prof. Rolf Müller (Translational Oncology Group) und Prof. Elke Pogge von Strandmann (Institut für Tumorimmunologie) mitwirkten. Diese Initiative bot die Möglichkeit, meine Expertise im Bereich Fettgewebe und Proteomik in ein neues Themenfeld – der Krebsforschung – einzubringen. Zu der Zeit gab es nur wenige Referenzen zum Thema EV von Fettzellen, und diese spannende Gelegenheit veranlasste mich, Prof. Müller vorzuschlagen, eigene Forschungsgelder für mich bereitzustellen, um seiner Gruppe beizutreten. Ich war fasziniert von der Unterstützung, die ich nicht nur von meinem Mentor, sondern auch von den EU-Förder- und International Offices der UMR erhielt, die mir bei meinen Anträgen und meinem Weg nach Deutschland im Jahr 2019 maßgeblich geholfen haben.

Bildnachweis: Robin Schmieder

Was schätzt du an der Unterstützung für Postdocs an deiner Universität?

Bildnachweis: Robin Schmieder

Die Unterstützung an der UMR war fantastisch, bereits bevor meine Reise begann. Ich hatte mich eigenständig auf ein spanisches Postdoktorandenprogramm (Ramón Areces Foundation) beworben, aber auch auf das von der EU geförderte MSCA-Programm, bei dem mir das EU-Funding Office der UMR umfassend Unterstützung und Beratung bot. Nachdem die Fördermittel bewilligt wurden, unterstützten mich das Welcome Center und das International Office bei allen Formalitäten rund um Ankunft und Integration – inklusive Einladungen zu verschiedenen Veranstaltungen, die nicht nur meine Integration (z. B. Sprachkurse) förderten, sondern auch mein Networking unterstützten. Im Jahr 2020 veränderte COVID-19 die Pläne für uns alle, auch für mein ursprüngliches Projekt und meine mittelfristigen Ziele. Dank des Graduiertenzentrums GRK2573 fand ich die Möglichkeit, meine Forschung umzugestalten und zu erweitern, und konnte seit 2020 als Junior PI mitwirken.

Die Unterstützung des GRK2573 und von Prof. Pogge von Strandmann ermöglichte es mir, im Rahmen dieses Programms eigene Fördermittel einzuwerben und meine erste Doktorandin zu betreuen. Zudem hat das GRK2573 meine Ausbildung im EMF-Zertifikatsprogramm „Designing and Managing Research Projects“ unterstützt, das von der Marburg Research Academy (MARA) organisiert wird. Die Rolle der MARA war entscheidend für die Entwicklung meiner Post-Doc Karriere – nicht nur dank der angebotenen Kurse, sondern auch durch Unterstützung bei der Organisation von Wissenschaftskommunikationsveranstaltungen, Coaching sowie durch Networking-Möglichkeiten über Initiativen wie das Young Faculty Network (YFN). Bemerkenswert ist, dass dieses Netzwerk Forscher*innen nicht nur an der UMR, sondern auch an der JLU umfasst und mich mit Partnern für interuniversitäre Kooperationsprojekte vernetzt hat, die derzeit in Vorbereitung sind.

Abschließend möchte ich das Engagement der UMR für die Vereinbarkeit von Dual Career und familienfreundliche Entwicklung hervorheben, was eine echte internationale Atmosphäre schafft, in der jeder willkommen ist.

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